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Es geht voran: Die Schule in Zolling wächst, läuft alles weiter nach Plan, können die Container bereits im Sommer wieder verlassen werden: Dann steht der große Umzug an.

Ausblick: Das erwartet Zolling 2017

Der Baulandschuh drückt gewaltig

Zolling - Die Gemeinde Zolling wächst stetig und steht damit vor vielfältigen Herausforderungen – infrastrukturell aber auch sozial. Für 2017 hat die Gemeinde sich viel vorgenommen. Baumaßnahmen und Modernisierungen spielen dabei eine große Rolle.

Auf die Nachfrage, was denn im neuen Jahr das dringlichste Thema sei, muss Zollings Bürgermeister Max Riegler nicht lange überlegen. „Bauland“, sagt er bestimmt, „das ist das Thema, das am meisten drückt und zwar schon seit Jahren.“ An Bauland zu kommen sei in Zolling schon immer schwierig gewesen, aber mittlerweile sei es nahezu unmöglich, klagt der Bürgermeister. Den Grund dafür kennt er: Grundstücke sind eine sichere Wertanlage. Demnach hat er auch keine wirkliche Lösung für das Problem. Der Bedarf an Bauland in Zolling ist zweifelos da. Die Gemeinde liegt im landkreisweiten Vergleich aus dem Jahr 2014 hinsichtlich Wachstumsrate mit 14 Prozent auf Platz vier. Da die Ausweisung neuer Baugebiete rar ist, hat sich der Ort zunächst einmal in seinem Inneren verdichtet: Dachgeschoße wurden ausgebaut, Einliegerwohnungen geschaffen und Innengrundstücke geteilt und bebaut. „Damit hatten wir zumindest ein sehr flächenschonendes Wachstum“, kann Riegler der Situation auch etwas Positives abgewinnen. Und trotzdem: „Wir würden gerne jungen Menschen die Chance bieten, hier zu bauen und sich dauerhaft bei uns niederzulassen“, wünscht sich Riegler für die Zukunft.

Immerhin, im Ortsteil Flitzing kann bald neues Bauland ausgewiesen werden. Flächennutzung- und Erschließungsplan sollen im Frühjahr fertig sein, Riegler rechnet noch in diesem Jahr mit der Zuteilung des Baurechts. Elf Parzellen werden in Flitzing geschaffen.

Was die schulische Situation angeht, ist man für die Zukunft erstmal gerüstet. Der Neubau des Mitteltrakts der Grund- und Mittelschule Zolling geht gut voran, man liegt bestens im Zeitplan. Im Sommer 2017 steht dann der große Umzug an: alles wieder raus aus den Containern und rüber in den Neubau. Das soll in den großen Ferien passieren, zusammen mit der Gestaltung der Außenbereiche. Damit wird dieses Großprojekt heuer abgeschlossen, ebenso wie die Sanierung und Modernisierung der Kläranlage in Oberappersdorf. Die wird im Zuge der für dieses Jahr anstehenden Sanierung auch technisch auf den neuesten Stand gebracht und ist damit für die Anforderungen der nächsten Jahre gerüstet.

Auch unter der Erde wird im Gemeindegebiet heuer noch viel passieren. Die Überprüfung und Sanierung des alten Kanal- und Leitungssystems laufen. In diesem Rahmen digitalisiert die Gemeinde nun gleich das Wasser- und Abwasserkataster komplett. Bisher waren die Rohr- und Leitungssysteme nur auf Papier gedruckt und damit schwer zu aktualisieren. Mit der neu angelegten, umfassenden Datenbank könne ein Sanierungsplan erstellt und im Schadensfall schneller reagiert werden.

Daten schützen

Apropos Daten: die stehen auch in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) ganz oben auf der Liste für 2017 – oder vielmehr deren Sicherung. Die VG erhöht heuer nämlich die Sicherheitsstufe ihres Servers. Damit sind die Daten sowohl vor Angriffen von außen als auch bei einem Serverausfall besser geschützt. „Unser Datenbestand ist sehr sensibel und von hohem Wert“, weiß Max Riegler, weshalb man sich diese Maßnahme auch etwas kosten lässt, nämlich rund 50 000 Euro.

In sozialer Hinsicht sei laut Rigeler das Thema Integration von Asylbewerbern auch heuer weiterhin Thema. Man habe einen engagierten Helferkreis und seit Jahresbeginn auch eine Asylsozialarbeiterin, die für die 150 Flüchtlinge in der Gemeinde zuständig ist. Nur die ständigen gesetzlichen Änderungen machen es den Helfern oft nicht leicht, gerade wenn es darum ginge, die Flüchtlinge in Arbeitsverhältnisse zu bringen. Im Ort läuft das Miteinander der verschiedenen Kulturen, sagt Riegler und ist stolz auf die Zollinger Bürger und ihr Engagement.

Und dann hat Max Riegler noch zwei persönliche Höhepunkte in diesem Jahr: Die Schirmherrschaft für die 90-Jahr-Feier des Burschenvereins sowie die Schirmherrschaft für das Gauschießen des Schützenvereins Siechendorf. Einen Vorgeschmack auf die Feierlichkeiten der Zollinger Burschen bekam Riegler beim traditionellen „Schirmherrnbitten“, zu dem die Burschen und Festdamen hochoffiziell in Tracht und mit Fahne zum Bürgermeister kamen. „Das war völlig neu für mich und hat sehr viel Spaß gemacht“, sagt Riegler und freut sich schon auf die ehrenvolle Aufgabe.

Claudia Bauer

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