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Sturm in Freising: So tobte Niklas

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Auf der A 9 in Richtung München warf Tief „Niklas“ kurz vor dem Autobahnkreuz Neufahrn einen kompletten Planenzug aus Polen um. © Feuerwehr Allershausen

Freising - Umgestürzte Bäume, herumfliegende Gegenstände: Das Sturmtief Niklas hatte den Landkreis am Dienstag im Griff. Ein Überblick:

Die Feuerwehren hatten vor allem am Vormittag alle Hände voll zu tun: Wegen umgestürzter Bäume musste die Kreisstraße FS 8 von Freising nach Wippenhausen gesperrt werden. „Das Risiko, die Leute dort arbeiten zu lassen, war zu hoch“, sagte Stadtbrandinspektor Anton Frankl zum Einsatzgeschehen der Feuerwehr Freising. „Deshalb die Totalsperrung.“ Ums Thema Sicherheit ging es kurz darauf auch beim Asamgebäude, an dem sich laut Frankl mehrere Dachplatten gelöst hatten. Der Gehweg entlang der Hauptstraße wurde mit einem Absperrband gesichert.

Dann kam kurz vor 11 Uhr die Mitteilung der Freisinger Polizei: An der

Sturm Niklas Stoibermühle
Ein Baum ist auf ein Haus an der Stoibermühle gestürzt. © Lehmann

Stoibermühle ist ein Baum auf ein Haus gestürzt – zum Glück sei jedoch niemand verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, handelte es sich um einen zirka 20 Meter hohen Baum, der nicht nur das Dach leicht eingedrückt, sondern auch noch einen geparkten Mercedes stark in Mitleidenschaft gezogen hatte. Am Pkw entstand Totalschaden in Höhe von zirka 40 000 Euro.

Parallel dazu die ersten Meldungen von Behinderungen im Bahn-Verkehr: Wie zu erfahren war, musste ein „Alex“ auf der Strecke zwischen Freising und München stoppen, da im Bereich des Kreuz Neufahrn Planen auf die Oberleitung geweht worden waren. Das war jedoch erst der Anfang einer regelrechten Odyssee für die Fahrgäste (»MM-Lokales). Und weiter: Wegen mehrerer Streckensperrungen im Bereich zwischen Moosach und Feldmoching – Stichwort: Gegenstände im Gleis – verkehrte die Linie S 1 zunächst nur noch zwischen Oberschleißheim und Freising/Flughafen, teilte die Bahn mit. Kurz nach 13.30 Uhr die nächsten Eilmeldungen: Der Zugverkehr beim Alex Nord zwischen München und Hof ist „vorübergehend eingestellt“. Auch bei den S-Bahnen werde – abgesehen von der S 8 – bis voraussichtlich 15 Uhr nichts mehr gehen. Um 15.40 Uhr meldete die Bahn dann, dass zwischen München und Landshut „kein Zugverkehr“ mehr möglich sei. Ein Schienenersatzverkehr zwischen Landshut, Moosburg, Freising und Garching-Forschungszentrum werde eingerichtet.

Auch in Moosburg hatte die Feuerwehr keinen ruhigen Vormittag: Die Holzlandstraße in Richtung Aich/Degernpoint wurde gesperrt, nachdem an der Büchl-Kreuzung ein Baum umgestürzt war. Zudem wurde laut Polizei Moosburg im Gewerbegebiet Degernpoint „ein Spargelstand vom Winde verweht“, und bei einem Gebäude in der Innenstadt waren Ziegel vom Dach gefallen.

Unfall auf der A9 am Kreuz Neufahrn

Dann die erste Sturmbilanz der Verkehrspolizei Freising: Auf der A 9 in Richtung München warf Tief „Niklas“ kurz vor dem Autobahnkreuz Neufahrn einen kompletten Planenzug aus Polen um. Der 41-jährige Fahrer erlitt leichte Verletzungen. Und weiter: Von einer Baustelle auf der A 92 im Bereich zwischen Freising Süd und Eching Ost wurden Teile einer Baustellensicherung abgerissen und auf die Fahrbahn geweht. Bei Allershausen auf der A 9 rissen Teile einer Plane von einem Lkw und wurden über die Straße geblasen – ebenso wie etliche Pylonen von einer Baustelle.

Glück im Unglück hatte gestern auch der Auer Bürgermeister Karl Ecker. Kurz vor 13 Uhr – das Marktoberhaupt befand sich gerade auf dem Weg zu seinem Anwesen an der Moosburger Straße – stürzte ein Baum aus seinem Garten auf die Straße. Die Auer Feuerwehr rückte mit zehn Mann an und dem Baum mit der Motorsäge zu Leibe.

Das taten am Nachmittag auch die Mitarbeiter des Landkreis-Bauhofs mit all den Bäumen, die die FS 8 blockierten. Mit Erfolg: „Seit 15.30 Uhr ist die Straße wieder offen“, berichtete später Landratsamtssprecherin Eva Dörpinghaus.

Eine vorläufige Bilanz ziehen konnte am späten Nachmittag auch Stadtbrandinspektor Anton Frankl: „Nach dem, was in Sachen Sturm vorhergesagt war, hätte man mit viel größeren Sachschäden rechnen müssen. Das ist aber bei weitem nicht eingetreten.“ Im Stadtgebiet Freising gab es am Dienstag bis 16.30 Uhr insgesamt acht Einsätze zu verzeichnen, im gesamten Landkreis Freising waren es 33.

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