Bayerisch-türkischer Winterabend: Mit Halbmond und Weihnachtsstern

„Frohe Weihnachten! Noeliniz kutlu olsun!“ Der bayerisch-türkische Winterabend, zu dem der Freisinger Musikschulverein 3Klang am Samstagabend in das Europäische Künstlerhaus am Schafhof geladen hatte, war ein voller Erfolg.

Mehr als 250 Gäste haben die Gelegenheit zum gemeinsamen Feiern angenommen.

Es sollte ein Experiment sein, betonten Schulleiter Gottfried Herrmann und Ilknur Kurtulus, die den Abend offiziell eröffneten. Bereits seit Jahren kommen die deutschen und türkischen Bürger in Freising beim bayerisch-türkischen 3Klang-Sommerfest auf dem Schulhof der ehemaligen St. Georgs-Knabenschule zusammen. Was im Sommer funktioniert, könnte doch als Winterevent auch ganz gut klappen, habe man sich gedacht. Und in der Tat: Das Experiment stieß auf großes Interesse. Mag es an dem heimeligen Ambiente unter dem Tonnengewölbe gelegen haben, an den stilvoll geschmückten Weihnachtsbäumen oder dem interessanten Musikprogramm: Die Herzen von Bayern und Türken schlugen an diesem Abend im Einklang.

Stubnmusi, bayerischer Dreigesang und Alphornklänge stimmten besinnliche Weisen an, ganz so, wie man es sich es in der staaden Zeit wünscht. Passend zur Adventszeit ließ auch der deutsch-türkische Chor Gülnihal unter Leitung von Seref Dalyanoglu klassische Lieder aus der Türkei des 18. Jahrhunderts erklingen.

Es war ein ganz besonderer Genuss, als die Instrumentalgruppe „Weltmusik-Ensemble“ unter Leitung von Vladislav Cojocaru sogar ein „Geschenk an alle Verliebten“ machte. Das türkische Volkslied, das übersetzt so viel wie „Pflück’ die Rose, meine Liebste“ heißt, wurde mit viel Beifall bedacht. Unvergesslich wurde der Abend aber vor allem durch den Auftritt des türkischen Volksmusik-Sängers Cem Celebi, der mit seiner wundervollen Stimme viele populäre türkische Lieder interpretierte. Das Publikum klatschte begeistert mit. Und auch einen literarischen Ausflug zu einer türkischen Familie nach Berlin gab es: Franz Then rezitierte die humorvollen Ausführungen eines türkischen Autors, der sich an seine Kindheit erinnerte, als seine Mutter den Gummibaum im Wohnzimmer mit Weihnachtskugeln und anderem Christbaumschmuck verzierte. Fazit: Es war ein schönes Fest, bei dem sich Halbmond und Weihnachtsstern überaus gut vertrugen.

Maria Martin

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