AFD-Wahlkampfauftakt mit Frontfrau Beatrix von Storch

Beatrix von Storch (AfD) in Osseltshausen: Ihre Fans belagern sie wie einen Popstar

  • Andreas Beschorner
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Eine Stunde redete Beatrix von Storch. Und spätestens nach dieser Stunde bei ihrem Auftritt in Osseltshausen (Gemeinde Au) wusste man, wieso die AfD-Europa-Abgeordnete ein halbes Dutzend Security-Leute um sich hat.

Osseltshausen – Der Saal ist voll im Holledauer Wirtshaus zu Osseltshausen. Rund 120 Menschen sind gekommen, um eine der umstrittensten deutschen Politikerinnen zu hören: Beatrix von Storch, Europaabgeordnete der AfD. Polizei steht am Haupteingang, doch von Storch kommt mit ihrer Security durch den Hintereingang.

Erst einmal wird vom Kreisvorsitzenden der AfD Freising-Pfaffenhofen, Bernhard Kranich, der Wirt gefeiert, „der Siebler Josef, ein Mann mit Rückgrat, der zur Meinungsfreiheit steht“. Dann wird die Hallertau gefeiert: „Hier gibt es noch die heile Welt: intakte Familien, fleißige Leute, die ihre Steuern zahlen“, schildert Kranich. Und dann macht Kranich das, was er gerne macht: Presseschelte – nicht wissend, dass von Storch, die von ihren Fans wie ein Popstar belagert und fotografiert wird, ihren Vortrag auf Presseberichten aufbaut.

Doch vorher ist noch der Bundestagsdirektkandidat der AfD an der Reihe: Johannes Huber berichtet, dass „unser Land heimgesucht wird vom Terrorismus“ – vom islamischen und vom sozialistischen. Hubers Botschaft: Würde am 24. September Rot-Rot-Grün an die Macht kommen, „bedeutet das bürgerkriegsähnliche Zustände“.

Der Fall des Rainer Forster, der persönlich und namentlich von Huber begrüßt wird, zeige, dass Demokratie in Deutschland nicht mehr funktioniere. Der SPD-Bundestagskandidat Andreas Mehltretter habe die „Denunzierungskampagne der SPD“ gegen Forster unterstützt, „vielleicht weil er noch nie in seinem Leben gearbeitet hat“, mutmaßt Huber. CSU-Kandidat Erich Irlstorfer vertrete – ebenso wie „Pfui Teufel, Angela“-Merkel – „ein verqueres Bild“. Aber zum Glück gebe es die AfD und ihre „Liebe zur Heimat“. Huber peitscht die Stimmung hoch: „Am 24.9. wird abgerechnet. Da holen wir uns unser Land zurück.“ Jubel im Saal.

Noch mehr Jubel erhält von Storch. Die AfD-Frontfrau spricht von einer „dramatischen Lage“ in Deutschland und erzählt, dass jetzt auch oberste Vertreter der EU davon sprechen, dass die meisten Asylbewerber Wirtschaftsflüchtlinge seien. Dass auf einer Demo in Berlin, als Muslime gegen islamischen Terrorismus auf die Straße gehen wollten, weniger Menschen gewesen seien als „auf fast jeder türkischen Hochzeit“, berichtet von Storch mit Ironie.

Und dass immer mehr Asylbewerber eine Heimreise antreten, „begrüßen wir sehr. Wir zahlen das sogar. Aber selbstverständlich nur ein One-Way-Ticket“, sorgt sie für lautes Gelächter im Saal. Asylbewerber, die wegen einer Straftat verurteilt worden seien, sollte man sofort nach dem Urteil nehmen „und nach Hause transportieren“. Und wenn Migranten „unverschämte Forderungen“ zur Integration stellten, dann gleiche das teilweise einer „Ankündigung von Bürgerkrieg“. „Das werden wir nicht zulassen!“, ruft von Storch – Jubel brandet ihr entgegen.

Und dann nochmal: Die Frage, die über „unsere Zukunft“ entscheide, sei die, wie man mit dem Islam umgehe. Von Storchs Einstellung ist klar: „Wir leben in der Neuzeit. Wenn wir mit der Steinzeit Kompromisse machen, landen wir im Mittelalter.“ Am Ende gibt das Mikro den Geist auf: „Jetzt habe ich so lange geredet, bis das Mikrofon nicht mehr konnte.“ Standing ovations.

Rubriklistenbild: © Schindler

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