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Eine Pellets-Heizung mit solarer Heizungsunterstützung stellte Martin Stiel-Fischer (r.) vor.

Tag der offenen Heizungstüren in Haag

Beim Heizen die Umwelt und den Geldbeutel schonen

Haag - Veranstaltungen rund um die Energiewende gibt es viele. Die Mitglieder des Haager Energiewende-Teams luden am Samstag zum Tag der offenen Heizungstüren ein. 

Es gibt noch viel zu tun: Drei Viertel aller Häuser und Wohnungen in Deutschland wurden in den 1970er Jahren errichtet – ohne entsprechenden Wärmeschutz. In den bestehenden Wohngebäuden wird durchschnittlich fast dreimal so viel Energie für Heizung und Warmwasseraufbereitung verbraucht, wie für Neubauten vorgeschrieben ist. Kosten und Energie sparen, das wollen viele. Nur wie? Damit sich das Heizen nicht negativ auf den Geldbeutel auswirkt und nicht zusätzlich auch noch das Klima unnötig belastet, veranstalteten die Mitglieder des Haager Energiewende-Teams am Samstag einen Tag der offenen Heizungstüren. Die Experten zeigten dabei, wie sich der Energieverbrauch durch wirksame Wärmeschutzmaßnahmen, Photovoltaik-, Solar- und moderne Heizungsanlagen wie Gas-Blockheizkraftwerke, Stromspeicher und Wärmepumpen sowie Pelletsheizungen vermindern lässt.

Gas-Blockheizkraftwerk: Wer sein Haus fit für die Zukunft macht, senkt nicht nur seine Energiekosten, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, sagte Herbert Bernardi, der das Gas-Blockheizkraftwerk (BHKW) mit Wärmespeicher und Gas-Spitzenlastkessel im Haager Dorfladen vorstellte. 4,7 Kilowatt elektrische und 12,5 KW thermische Energie liefert der Generator des Blockheizkraftwerks. Der gewonnene Strom werde nicht nur im Dorfladen, sondern im gesamten Gebäude, in der Schule sowie in den Gemeindebauten verbraucht. Bei über 5000 Betriebsstunden pro Jahr deckt die Abwärme des Verbrennungsmotors einen Großteil des Wärmebedarfs für die Gebäudeheizung und den Warmwasserverbrauch. Das Ganze könne man freilich auch im kleineren Maßstab für Privathäuser nutzen. „Ich habe selbst in meinem Haus ein Blockheizkraftwerk, das mit Rapsöl betrieben wird. Es liefert fünf KW elektrische und 15 KW thermische Energie“, sagte Bernardi zufrieden.

Photovoltaikanlage: „Wir haben bereits im Jahr 2012 angefangen, unser Haus energetisch mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach sowie einem Stromspeicher, einer Sonnenbatterie im Keller, umzustellen“, erläuterte Roland Lerch seine Anlage. „Durch die Kombination aus Speicher und Photovoltaik können wir mittlerweile 80 Prozent unseres Stromes selber erzeugen“, sagte Lerch. Die Abschreibung der Anlage ist auf 20 Jahre vorgesehen und dürfte sich nach 13 Jahren bereits amortisiert haben.

Erdwärmepumpe: Zwei Jahre früher, im Jahr 2010, hat Alfred Schindlbeck aus Haun mit einer Erdwärmepumpe und einer Photovoltaikanlage die Energiewende im eigenen Haus eingeleitet. Er könne durch die Einbindung der kostenlosen Umweltenergie und der günstigen Stromtarife bis zu drei Viertel der Heizenergie sparen. Weiterhin brauche er keinen Platz für die Lagerung des Energieträgers und schone die fossilen Brennstoffe bei deutlich reduzierten CO2-Emissionen.

Pelletheizung: Im neu gebauten Haus von Nina Gräfe sorgt eine moderne Pelletheizung auf Knopfdruck für wohlige Wärme. Ihr Vater Martin Stiel-Fischer erläuterte die automatische Pelletszufuhr sowie die benutzerfreundliche Lösung für die staubfreie Ascheentsorgung. Pellets werden mit dem Lkw geliefert und automatisch in den Pelletslagertank, der sechs Tonnen fasst, eingeblasen. Der Jahresverbrauch beträgt zirka 1,5 Tonnen Pellets bei einem Preis von derzeit 250 Euro pro Tonne.

Wolfram Riedel

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