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Bericht aus dem Gericht  

Nächtliche Schreie und Schläge

Zwei Flüchtlinge aus Eritrea (21 und 30) mussten sich vor dem Amtsgericht Freising wegen gefährlicher Körperverletzung und Nötigung verantworten. Die Tat bestritten die beiden Männer jedoch bis zum Schluss.

Freising Die Vorgeschichte: Ein eritreischer Asylbewerber, der in einem Flüchtlingsheim in Mauern untergebracht war, ging zur Polizei und erstattete Anzeige. Sein Mitbewohner und dessen Bekannter – beide ebenfalls Flüchtlinge aus Eritrea – hätten ihn nachts in seinem Bett mit einer Bierflasche geschlagen und mit Fäusten traktiert. Die Beiden sollen alkoholisiert gewesen sein. Außerdem hätten sie ihm gedroht: Wenn er zur Polizei gehe, würden sie ihn töten. Blessuren konnte die Polizei bei dem Geschädigten, der inzwischen in einer anderen Unterkunft untergebracht ist, zwar nicht feststellen. Ein Zeuge gab jedoch an, die Tat beobachtet zu haben und eingeschritten zu sein. Laut Aussage einer Polizeibeamtin, die am Tag der Anzeige die beiden Beschuldigten in der Unterkunft besuchte, waren die auch an diesem Tag alkoholisiert.

Vor Gericht lief die gesamte Verhandlung mit Hilfe eines Dolmetschers ab. Die Geduld der Richterin wurde dabei auf eine harte Probe gestellt, da die Prozessbeteiligten im Gerichtssaal auf Eritreisch diskutierten und nicht selten Verständigungsprobleme auftraten. Die Kernaussagen lauteten dann in etwa so: Die beiden Angeklagten gaben an, am besagten Abend jeweils vier Flaschen Bier getrunken, das Opfer jedoch nicht angerührt zu haben. Sie hätten sich lediglich darüber geärgert, dass der Kläger auf den Boden gespuckt habe, und hätten ihn freundlich gebeten, dies zu unterlassen.

Der Kläger dagegen erzählte, er sei schon im Bett gelegen und habe geschlafen, als ihn plötzlich eine Bierflasche am Rücken traf, die einer der beiden geworfen haben musste. Anschließend wurde er laut eigener Aussage von den Angeklagten festgehalten und geschlagen. Der Zeuge – ebenfalls Eritreer – gab an, vom Nachbarzimmer aus Schreie gehört zu haben und sofort in das Zimmer gelaufen zu sein. Dort habe er gesehen, wie die beiden Angeklagten auf das Opfer eingeschlagen hätten, und er sei dazwischengegangen. Bei dem Versuch, die Männer auseinanderzubringen, sei er selbst im Gesicht getroffen worden, habe jedoch keine Verletzungen davongetragen. Wesentlich schlechter soll es dem eigentlichen Opfer ergangen sein: Der berichtete, noch fünf Tage lang von Kopfschmerzen geplagt worden zu sein.

Die Richterin folgte vor allem wegen der belastenden Zeugenaussage der Version des Opfers. Die beiden Angeklagten, die nicht vorbestraft waren, erhielten eine siebenmonatige Haftstrafe auf Bewährung sowie 800 Euro Geldstrafe. Die Bewährungsfrist beträgt drei Jahre.
Victoria Stettner

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