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Bericht aus dem Gericht

Kupfer-Brigade räumt auch in Freising kräftig ab

Sie leisteten Schwerstarbeit: Tonnenweise transportierten die rumänischen Mitglieder der so genannten Kupfer-Brigade nach Einbrüchen in Gewerbebetriebe Buntmetalle ab. Unter anderem für die Beteiligung an zwei Einbrüchen in Freising hat sich derzeit ein 27-Jähriger Rumäne vor dem Landshuter Landgericht zu verantworten.

Freising/Landshut – Laut der von Staatsanwalt Roland Zimmermann vertretenen Anklage schlossen sich zahlreiche Roma – alle aus einer rumänischen Kleinstadt– im Sommer 2014 zu einer Bande zusammen, um in der nachfolgenden Zeit im gesamten südbayerischen Raum in großem Umfang in Gewerbebetriebe, insbesondere in Elektrofirmen, einzusteigen. Dabei brachen die „Brigade-Mitglieder“, wie sie sich nannten mit brachialer Gewalt Eingangstüren und -tore auf und zerstörten Überwachungskameras. Anschließend stahlen sie jeweils große Mengen an Kupfer und Buntmetalle. Zum Abtransport des Metalls verwendete die Bande teils eigene, meistens aber gestohlene Transporter. Ihr Diebesgut setzten sie in erster Linie bei Händlern in den Niederlanden ab.

Vor den verschiedenen Strafkammern des Landshuter Land- und Amtsgerichts läuft derzeit eine Prozessserie gegen die inzwischen über 30 festgenommenen Bandenmitglieder. Dem Gelegenheitsarbeiter (27) wird die Beteiligung an fünf Fällen des schweren Bandendiebstahls, bei dem der Beutewert bei rund 115 000 Euro gelegen hat, vorgeworfen.

So soll der Mann im 8. Oktober 2014 nach Mitternacht zusammen mit acht weiteren Komplizen in das Lager einer Firma an der Münchner Straße eingebrochen sein und dort Kupferkabel im Wert von rund 25 000 Euro gestohlen haben. Dabei ging die „Brigade“ äußerst dreist vor: Auf das Firmengelände gelangte man durch das Übersteigen des Zauns. Dann wurde das Plexiglassegment bei einem Rolltor eingeschlagen, um in die Halle steigen zu können. Zum Abtransport des Diebesguts wurde der Maschendrahtzaun aufgeschnitten, um dem Transporter die Zufahrt zu ermöglichen.

Bei einem weiteren Coup in Freising soll der 27-Jährige samt Kumpanen in der Nacht zum 8. Dezember 2014 in eine Halle in den Guten Ängern eingebrochen sein. Sage und schreibe 2,6 Tonnen Kupferteile im Wert von 10 000 Euro raubten die Täter dort. Weitere Einbrüche spielten sich in Dingolfing und in Neustadt/Donau ab.

Zum Prozessauftakt kam es zu Verständigungsgesprächen. Richter Ralph Reiter teilte mit, dass dem 27-Jährigen im Falle eines Geständnisses und Aufklärungshilfe Haft im Bereich von drei Jahren und neun Monaten in Aussicht gestellt worden sei. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.

Walter Schöttl

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