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Raus aus der "Burg": Oliver Wolfhard (sitzend, r.) und sein Bestatter-Team sind nette Menschen von nebenan.

Den Burggraben überwinden

Bestattungen Wimmer

"Bestatter sollten viel mehr in der Mitte der Gesellschaft stehen", meint Oliver Wolfhard. Der Geschäftsführer des Bestattungsinstituts Wimmer geht mit seinen Mitarbeitern neue Wege.

Oliver Wolfhard hat beruflich schon viel erlebt. Der 43-Jährige war Gefängniswärter in München-Stadelheim, selbstständiger Tatortreiniger und Disponent im Sanitätsfachhandel, ehe er Bestatter wurde.

Vielleicht erklärt das, warum der Geschäftsführer des Bestattungsinstituts Anton Wimmer in Freising einen frischen, einen innovativen Blick auf die Branche hat. "Der Bestatter wird oft als Feind gesehen, weil er Angehörigen den geliebten Menschen wegnimmt und viel Geld kostet", sagt Wolfhard. "Dieses Image möchte ich ändern." Dabei hat er die Unterstützung seiner Mitarbeiter, die sich mit der Philosophie von Wolfhard voll und ganz identifizieren.

Neue Wege, die zum Menschen führen

Die neuen Wege, die der 43-Jährige gehen will, sollen direkt zu den Menschen führen. "Ich habe das Gefühl, dass um unser Geschäft herum ein unsichtbarer Burggraben liegt", sagt Wolfhard. "Dabei sollten Bestatter viel mehr in der Mitte der Gesellschaft stehen."

Im Sommer geht Wolfhard daher mit Vorliebe in seinem schwarzen Anzug ins Freie, um die Fenster zu putzen. So kommt er mit Menschen ins Gespräch. "Das nimmt vielen die Scheu, die tatsächlich an Vorsorge interessiert sind oder auch nur einfache Fragen haben. Zum Beispiel, ob sie im Sarg ihren Schlafanzug tragen dürfen." Wolfhard empfindet diese Kommunikation auch als Dienstleistung. "Denn irgendwann kommt bei jedem im Leben der Augenblick, wo er uns braucht, weil ein lieber Angehöriger gestorben ist. Da ist es besser, er hat es nicht mit einem fremden Bestatter zu tun, sondern mit dem Menschen von nebenan, der ihm vertraut ist, und bei dem er sich gut aufgehoben fühlt."

Gut aufgehoben fühlen sich auch Wolfhards Mitarbeiter im Bestattungsinstitut Anton Wimmer. Grundlage dafür ist eine im Branchenvergleich gute Bezahlung, sagt der Geschäftsführer: Er rechnet dabei auch mit ein, wenn etwa ein neuer Angestellter Frau und Familie hat. "Ich weiß ja, welche Unsummen an Wohnkosten hier in Freising verlangt werden." Da könne er schlecht nur den Mindestlohn zahlen. "Dann wären die Mitarbeiter entweder bald wieder weg oder schnell frustriert. Beides wäre schlecht." Die Angestellten sind aber nicht nur wegen der fairen Entlohnung bei Wolfhard. "Geld kann nicht alles aufwiegen", betont etwa Michael Landinger. Der Bestatter, der über 26 Jahre Berufserfahrung verfügt, hat erst vor kurzem im Bestattungsinstitut Anton Wimmer angefangen. Seine vorherige Stelle hat er wegen seines Vorgesetzten gekündigt, erzählt er. Am neuen Arbeitsplatz erlebt er nun die Art von Führungskraft, die er erwartet. "Menschlichkeit und Gerechtigkeit müssen vorhanden sein", betont er. "Ein Chef sollte für den Mitarbeiter Rückhalt sein und ein offenes Ohr für ihn haben – auch für private Belange. Denn ich will als Mensch gesehen werden."

Fingerspitzengefühl gefragt

Den Menschen sieht Wolfhard auch im Kunden. "Mein Zukunftsbild vom Bestatter ist, den Fokus mehr auf den Dienst am Angehörigen zu lenken", sagt er. Die Branche sei oft vom Abtransport des Toten bis zur Gedenkfeier gnadenlos routiniert. Dabei erfordere gerade dieser Beruf viel Fingerspitzengefühl. "Im besten Fall sieht der Bestatter schon beim Reinkommen, was der Angehörige benötigt", sagt er. Der eine müsse eher getröstet werden, der andere brauche eher Aufheiterung. "Es kam auch schon vor, dass Angehörige lachend aus Trauergesprächen gegangen sind."

Wichtig sei es, jedem Angehörigen einen angemessenen Abschied zu ermöglichen, sagt Wolfhard. "Und wenn Enkelkinder dem verstorbenen Opa noch Briefe schreiben oder den Sarg anmalen möchten, um den Tod so zu verarbeiten, dann ist das vielleicht nicht jedermanns Sache, aber ich ermögliche es."

Großen Wert legt der Geschäftsführer daher auf Schulungen seiner Mitarbeiter im Umgang mit Angehörigen. Aber auch fachliche Fortbildungen, etwa in puncto Grabmacher-Techniken oder hygienische Versorgung von Toten, bietet er seiner Belegschaft. Seit vielen Jahren gibt es beim Bestattungsinstitut Wimmer auch erstmals wieder eine Auszubildende. Eine Besonderheit in der Branche und einmalig in Freising. "Oft wird gejammert, dass keine Bestatter nachkommen", berichtet Wolfhard. "Aber irgendjemand muss den Nachwuchs auch ausbilden."

Manuel Eser

Bewerben Sie sich beim Bestattungsinstitut Wimmer

Kammergasse 2
85354 Freising
Tel. 0 81 61 / 6 20 71
Fax: 0 81 61 / 6 69 91
Mail: info@wimmer-bestattung.de
Web: www.wimmer-bestattungen.de
Mitarbeiter (m/w/d): 16
Auszubildende (m/w/d): 1
offene Stellen: Initiativbewerbungen erwünscht

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