Theresa Fleidl, Vorsitzende Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT Freising-Erding-Flughafen, Leiterin Konzernausbildung und HR-Marketing.

Berufsfit 2017

Theresa Fleidl im Interview: "Es muss 'klick' machen!"

Theresa Fleidl, Vorsitzende Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT Freising-Erding-Flughafen, Leiterin Konzernausbildung und HR-Marketing, im Interview:

Seit 20 Jahren kümmert sich der Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT Freising-Erding- Flughafen am Standort Flughafen München um die Ausbildung der Jugend. Die Berufsorientierungsmesse „Berufsfit“ findet alle 2 Jahre statt, d.h. nun haben wir die 10. Berufsfit bei uns am Flughafen München. Demographischer Wandel, Überalterung in vielen Betrieben und Fachkräftemangel sind nur drei Schlagworte, die die Herausforderungen der Zukunft umschreiben.

20 Jahre Berufsfit: Gemeinsam die Zukunft gestalten

Gemeinsam mit den Schulen, Hochschulen und auch den Unternehmen als Ausbildungsbetriebe, wollen wir diese Zukunft dauerhaft positiv gestalten. Dass es die „Berufsfit“ seit zwei Jahrzehnten gibt, beweist, dass wir mit dieser Messe ein nachhaltiges Konzept entwickelt haben, resultierend aus der Vielfalt der Ausbildungsbetriebe und einem hohen Grad an Attraktivität der Veranstaltung. Dem Einzugsgebiet rund um den Münchner Flughafen geht es wirtschaftlich sehr gut, zudem haben wir einen hohen Anteil junger Menschen im Umland.

Mit unserem nachhaltigen Engagement, natürlich auch über die Grenzen des Flughafens hinaus, wollen wir, dass das auch so bleibt. Jedes Jahr beginnen etwa 90 Auszubildende und Studierende am Flughafen München ihren Berufsweg. Über 70 Prozent der sich hier präsentierenden Betriebe finden durch die Berufsfit neue Mitarbeiter. Und dass 33 neue Unternehmen in diesem Jahr mit dabei sind, das spricht doch alles eindeutig für Erfolg!

Braucht es denn überhaupt eine Berufsfit-Messe, finden Schulabsolventen nicht alleine einen Job?

Theresa Fleidl: Arbeitskräfte sind gerade in unserer wirtschaftlich starken Region derzeit gefragter denn je. Natürlich können sich die Schüler im Internet und über viele weitere Kanäle ein Bild über den Arbeitsmarkt machen und welche Ausbildungsrichtungen es gibt. Derzeit gibt es in Deutschland 328 Ausbildungsberufe in rund 428.000 Ausbildungsbetrieben. Allein in Bayern wurden im Jahr 2016 knapp 94.000 Ausbildungsverträge abgeschlossen. Rein rechnerisch stehen aktuell jedem gemeldeten Bewerber 1,30 Ausbildungsstellen zur Verfügung. Hinzu kommt der demographische Wandel, viele Arbeitnehmer gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand. Um qualifiziertes Theresa Fleidl, Vorsitzende Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT Freising-Erding-Flughafen, Leiterin Konzernausbildung und HR-Marketing, im Interview: Personal zu finden, werden die Firmen deshalb neue Wege gehen müssen. Die Betriebe bewerben sich praktisch um die Azubis! Wer sich hier der Herausforderung stellt, muss sich sehr gut präsentieren, um für Schulabgänger attraktiv zu sein. Das Internet kann hier nur ein kleiner Baustein sein, denn hier ist natürlich alles toll und auf Hochglanz. Damit der Schüler sich aber ein reales Bild verschaffen kann, muss er zum Betrieb hingehen. Ihn im wahrsten Sinne des Wortes in Augenschein nehmen. Wenn dann bei beiden die Chemie stimmt, dann wird auch der Einstieg in das Berufsleben von Erfolg gekrönt sein und zwar für den Azubi und das Unternehmen.

Wann ist der beste Zeitpunkt, sich um seine berufliche Zukunft Gedanken zu machen?

Fleidl: Ich bin mir dessen bewusst, dass es schwer ist für einen Schüler mit 14 oder 15 Jahren die Entscheidung zu treffen, was er für die weiteren 50 Jahre seines Lebens machen möchte. Zwar übt gerade in unserer hoch dynamischen Zeit selten jemand den Beruf aus, den er erlernt hat, a ber es geht erst einmal um das Herantasten, eigene Neigungen ausloten, sich die Frage zu stellen „Was kann ich gut?“, „Was will ich gar nicht?“, „Bin ich gerne mit Menschen zusammen oder nicht?“, „Bin ich gut in Sprachen, interessiere ich mich für technische oder soziale Berufe?“. Der Schüler, der sich mit diesen Fragen auseinandersetzt, ist in der Lage, sich aus dem großen Topf der Möglichkeiten das für ihn Richtige herauszufiltern. Hier hilft die Berufsfit, die ja eine Berufsorientierungsmesse sein soll, als erster Kontakt. Sie ist der geeignete Ort, um vage Vorstellungen zu konkretisieren, indem Schüler und Betriebe miteinander sprechen. Vielleicht kommt ein Jugendlicher dadurch auch zu dem Schluss, dass er sich den einen oder anderen Beruf völlig falsch vorgestellt hat, dass er die erforderlichen Voraussetzungen nicht bringt. Auch das ist doch schon sehr viel Wert und bringt den Jugendlichen einen entscheidenden Schritt weiter.

Welche Aufgabe übernimmt der Flughafen bei der Berufsfit?

Fleidl:

Mit der 6000 Quadratmeter großen Winterdiensthalle stellt der Flughafen München die perfekte Location für die Messe. Hinzu kommt, dass das Ganze ein Azubiprojekt ist, welches von einer Mitarbeiterin begleitet wird. Des Öfteren haben wir Azubis im Orga-Team, welche sich selbst auf der Berufsfit informiert haben. Unter anderem erstellen die Auszubildenden einen Messeguide, übernehmen den Kontakt zu den Medien, erstellen die Infopakete für die Schulen und vieles mehr. Natürlich präsentiert sich der Flughafen München selbst und ist als Aussteller und Arbeitgeber mit dabei. Außerdem sind wir als Flughafen München der Hauptsponsor.

Was gibt es Neues zur 10. Berufsfit?

Fleidl: Wir haben ein neues Logo zum Jubiläum der 10. Berufsfit kreiert, welches wesentlich moderner ist und die Jugend mit Sicherheit sehr gut anspricht. Zudem gibt es ein Gesprächszertifikat. Da wir wieder über 8.000 interessierte Schüler und Schülerinnen der verschiedensten Schularten erwarten, ist es für die Aussteller hinterher oft kaum möglich, sich noch an den ein oder anderen Schüler zu erinnern. Das Gesprächszertifikat versichert dem Schüler das Interesse des Unternehmens und kann dieses als Bestätigung hierfür seiner Bewerbung anhängen. Das ist natürlich sehr gut für die Beurteilung der Bewerbung. Neu ist auch, dass wir den Samstag als Messetag hinzugenommen haben. So können Eltern ihre Kinder besser begleiten. Aber auch Schüler, die nicht mit der Schule kommen oder noch ein weiteres Mal kommen möchten, haben wir mit diesem Tag die Möglichkeit dafür geschaffen. Zusätzlich haben wir zu unserem Jubiläum ein tolles Gewinnspiel für Schulklassen und weitere Überraschungen!

SAB

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