Evangelische Gemeinde präsentiert ihr Projekt

Ein bescheidenes „Haus der Kirche“

Freising - Offen soll es sein und transparent: das „Haus der Kirche“, wie das neue evangelische Gemeindezentrum heißen wird. Zirka 4,5 Millionen Euro darf der Bau kosten – ein „nachhaltiger und bescheidener Ersatzbau“, wie Pfarrerin Dorothee Löser betont.

Sommer 2013: Das Hochwasser fügt dem Gemeindehaus und dem Pfarramt der evangelischen Gemeinde Freising so schwere Schäden zu, dass an eine Sanierung nicht mehr zu denken ist. Januar 2016: Bei der Gemeindeversammlung am kommenden Sonntag wird Pfarrrerin Dorothee Löser die Pläne vorstellen, wie das neue Gemeindezentrum an der Saarstraße aussehen soll. Und wenn alles läuft, wie geplant, dann könnte 2019 die Einweihung erfolgen.

Schon allein an diesen Zahlen erkennt man, welch umfangreiches Vorhaben der Ersatzbau für die Gebäude aus den 60er Jahren ist, die durch das Hochwasser 2013 so arg in Mitleidenschaft gezogen wurden. Doch im vergangenen Jahr 2015 ist man in vielen Bereichen ein gutes Stück weiter gekommen, berichtet Löser. So wurde der 1. Preis des europaweit ausgeschriebenen Architektenwettbewerbs bestimmt: Das renommierte Münchner Architekturbüro Burian, Pfeiffer und Sandner abp Architekten hat den Zuschlag bekommen. An Stelle des jetzigen Gemeindesaals und Pfarramts wird ein lang gestreckter, zweigeschoßiger Bau entstehen, der parallel zur B 11 und Martin-Luther-Straße verläuft. Angebunden wird dieser Neubau an die Christi-Himmelfahrtskirche mit einem gläsernen Verbindungsgang. Was die Jury an diesem Entwurf besonders beeindruckt habe? Die Freifläche neben und vor allem auch der Garten hinter der Kirche werden optimal genutzt, der Bau wirkt – auch wegen der in rötlich-braunem Backstein gehaltenen Fassade – einladend. Der 120 Quadratmeter große, zweistöckige Saal kann durch Hinzunahme des Foyers und des kleinen Saals vergrößert werden, im Erdgeschoß werden die Räume für die Gemeinde und die Jugend untergebracht, im ersten Stock finden sich dann die Zimmer für die gesamte Verwaltung. Derzeit, so Löser, arbeite man an der Detailplanung – und die werde wohl noch gut ein Jahr dauern. Trotzdem wird man am Sonntag bei der Gemeindeversammlung (ab 10.30 Uhr) über das Projekt berichten und Fragen beantworten.

Eine wichtige Frage ist sicherlich die nach den Kosten: Im vergangenen Jahr, so Löser, habe sie die Förderzusage des Freistaats (1,48 Millionen Euro) und der evangelischen Landeskirche (drei Millionen) erhalten. Damit sei der finanzielle Rahmen vorgegeben. Und diese Summe erkläre auch das Motto, unter dem jede Entscheidung stehe: „Worauf können wir verzichten und was brauchen wir unbedingt?“

Andreas Beschorner

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