Strecke anderthalb Stunden gesperrt

Betrunkener schläft auf dem Gleis, Lokführer weckt ihn

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Eching - Ein Betrunkener hat am Donnerstagmorgen bei Eching seinen Rausch direkt auf dem Bahngleis ausgeschlafen - und verdankt einem Lokführer sein Leben.

Donnerstagmorgen, 5.13 Uhr: Ein Lokführer aus Landshut ist auf seiner letzten Fahrt mit einem Güterzug in der Nachtschicht unterwegs. Kurz vor Eching muss er jedoch bremsen. Der Grund ist ein Rotsignal. Er muss auf die Einfahrterlaubnis für den Bahnhof warten. Er rollt daher nur langsam heran – was einem Menschen das Leben rettet. Die Person liegt auf dem Gleis, offenbar leblos. Der erste Gedanke des Lokführers: Da liegt jemand, den ein Zug erfasst hat. Er setzt einen Notruf ab, steigt aus dem Güterzug aus und sieht nach. Einen Hinweis „auf einen Zugkontakt“ findet er nicht. Er spricht die Person an, und siehe da: Der junge Mann, er ist etwa 20 Jahre alt, antwortet sogar. Der Lokführer versucht, mit dem Burschen, dessen Kleidung völlig verdreckt ist, zu reden. Doch der hat andere Sorgen: „Ich muss mal pinkeln“, murmelt er, springt auf – und verschwindet auf Nimmerwiedersehen zwischen den Büschen.

Kurz darauf treffen die Rettungskräfte am Ort des Geschehens ein – Rotes Kreuz, Feuerwehr und Polizei sind vor Ort und fahnden zusammen nach dem jungen Mann. „Wir haben alles abgesucht“, sagt Peter Vogtleitner, Erster Polizeihauptkommissar der Polizei Neufahrn. Aber: Nirgendwo ist der Gleisschläfer zu finden. Weder am Gleis, noch in den angrenzenden Gebieten haben die Rettungskräfte Erfolg. „Wenn er irgendwo in der Siedlung um den Bahnhof wohnt, war er natürlich gleich weg“, sagte Vogtleitner gestern. Dann lag er wohl schon im Bett, als alles nach ihm abgesucht wurde. Der junge Mann dürfte im Vollrausch auf die Gleise gewankt und dort eingeschlafen sein. „Es sieht so aus, als sei er betrunken gestürzt und liegen geblieben“, sagte ein Bahnsprecher.

Um 6.35 Uhr wurde der Bahnverkehr wieder freigebenen. Knapp anderthalb Stunden mussten sich Pendler gedulden. Damit aber nicht genug: Zwischen Freising und Neufahrn kam es um 8 Uhr zu einer Bahnübergangsstörung, um 8.15 Uhr zu einem Notarzteinsatz in Feldmoching. Gegen 10.30 Uhr fuhren die Bahnen dann wieder nach Plan. Ein stressiger Vormittag für die Pendler. Und irgendwo dürfte einem jungen Mann mit Riesenkater dämmern, dass er unglaubliches Glück hatte.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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