Bewährung für mehrfach vorbestraften Exhibitionisten

Moosburg - Ein mehrfach vorbestraften Sextäter ist erneut mit einer Bewährungsstrafe davongekommen. Das Amtsgericht Freising hielt dem Exhibitionisten zu Gute, dass er sich selbst um eine Psychotherapie-Platz gekümmert hat.

Am 17. Mai vergangenen Jahres hatte sich der 38-jährige Moosburger vor einer Passantin entblößt. Zu dem Zeitpunkt befand er sich schon in psychotherapeutischer Behandlung. Nachdem er bereits zwei Mal wegen Exhibitionismus verurteilt worden war, trat er am 26. April 2011 seine Therapie an - drei Wochen vor der Tat von Moosburg. Seinem Anwalt gelang es jedoch, das Gericht davon zu überzeugen, dass sein Therapeut in so kurzer Zeit unmöglich ausreichend tief in die Persönlichkeit des 38-Jährigen vorgedrungen sein könne. Der Verteidiger zitierte ein Urteil des Bundesgerichtshofs, wonach selbst ein Rückfall nach fünf Jahren keinen Misserfolg der Therapie bedeuten muss.

Zuletzt war der Moosburger vor zwei Jahren wegen einer ähnlichen Tat zu vier Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Davor wurde er wegen 42 Fällen des versuchten sexuellen Missbrauchs zu einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Inzwischen soll der Angeklagte das Unrecht seines Tuns eingesehen haben. Einem Sachverständigen-Gutachten zufolge ließ „innerlicher Leidensdruck“ den 38-Jährigen nach Therapiemöglichkeiten suchen. Laut seines Anwalts soll sich der Angeklagte bei „16 Ärzten und Instituten“ um weitergehende Hilfe bemüht haben, soll sogar mit einer „chemischen Kastration“ einverstanden gewesen sein. Sein behandelnder Arzt hätte ihm von dieser speziellen Form der Therapie, bei der der Sexualtrieb des Angeklagten medikamentös unterdrückt würde, allerdings abgeraten.

Obwohl das Gericht den Vorfall vom 17. Mai 2011 nicht als üblichen Exhibitionismus wertete, die Tat vielmehr im „oberen Bereich“ ansiedelte, und der 38-Jährige einschlägig vorbestraft ist, entschied sich die Richterin erneut für eine Bewährung. Die Vorsitzende verurteilte den Moosburger zu sechs Monaten auf Bewährung. Der 38-Jährige wurde zudem verpflichtet, die begonnene Therapie abzuschließen und den Therapieerfolg durch eine ambulante psychiatrische Behandlung zu verfestigen. Sollte der Angeklagte die erhobenen Auflagen nicht einhalten, müsste er mit einem sofortigen Bewährungswiderruf rechnen. Überdies warnte die Richterin den Angeklagten, bei einem weiteren Vorfall nicht mehr mit Verständnis rechnen zu können.

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