Kein Babyschwimmen mehr im ASZ: Die Kosten für die dafür nötige Ozonwasseraufbereitungsanlage in Höhe von rund 120 000 Euro sind dem Ausschuss zu hoch. Bild: Wilms

Bewegungsbad im ASZ kann wieder öffnen

Eching - Das seit einigen Monaten wegen Legionellen im Badewasser geschlossene Bewegungsbad im Alten-Service-Zentrum kann bald wieder geöffnet werden. Am Dienstag stellte der Bauausschuss nach kurzer Debatte die nötigen Weichen.

Eine Spezialfirma hat die betroffenen Filter etleert und das Material ausgetauscht, außerdem wurde die gesamte Anlage im Keller des ASZ gespült und mit Chlor desinfiziert. Eine Nachbeprobung auf Legionellen im Beckenwasser hat inzwischen gezeigt: Die Grenzwerte werden wieder eingehalten. Allerdings hat das Gesundheitsamt jetzt ein Auge auf das Bad - weshalb monatliche chemische Prüfungen des Wassers notwendig sind, die jährliche Mehrkosten in Höhe von rund 4700 Euro verursachen.

Und genau um die ging es bei der Diskussion im Bauausschuss. Wie Gertrud Wucherpfennig (SPD), gleichzeitig Vorstandsmitglied des Trägervereins „Älter werden in Eching“, erklärte, sei dieser Betrag nicht mehr im Budget des Vereins. Die restlichen Betriebskosten in Höhe von rund 20 000 Euro trage man aber weiterhin.

Kein Verständnis hatte dafür Georg Bartl (CSU): „Das sind ganz klare Betriebskosten, für die der Betreiber zuständig ist.“ Man könne ja immer zu allem Ja und Amen sagen, so Bartl weiter, „aber wir sollten uns an den Vertrag mit dem Trägerverein halten“. Dem entgegnete Bürgermeister Sebastian Thaler, „dass wir viel investiert haben und das Bad deshalb jetzt auch wieder öffnen sollten“. Unterstützung erhielt er nicht nur von SPD-Fraktionssprecherin Anette Martin, sondern auch von FW-Chef Otmar Dallinger: „Es ist schön, so etwas in Eching zu haben. Dieses Bewegungsbad ist ein Alleinstellungsmerkmal - deshalb sollten wir den Betrieb auch aufrecht erhalten“. Zumal, wie es aus der Verwaltung hieß, das Bad nicht einfach geschlossen werden könne: Rund 15 000 Euro wären für den Rückbau nötig.

Bis auf zwei Stimmen aus der CSU entschieden sich alle Räte für die Übernahme der Trinkwasserprüfungskosten seitens der Gemeinde. Auch, dass mittelfristrig die Steuer- und Regelungstechnik der 22 Jahre alten Einrichtung ausgetauscht werden muss (Kosten: 5500 Euro) nahm man zustimmend zur Kenntnis.

Kein Thema mehr im ASZ ist künftig allerdings das Baby- und Kleinkinderschwimmen. Hierfür müsste laut Gesundheitsamt das Becken mit einer Ozonwasseraufbereitungsanlage ausgestattet werden. Die dafür nötigen rund 120 000 Euro sind den Räten jedoch eindeutig zu viel. Alle anderen bisherigen (Schwimm-)Kurse und therapeutischen Anwendungen können jedoch weiterhin stattfinden. Ins Wasser dürfen Kinder ab vier Jahren.

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