Jahreshauptversammlung

BI Attaching: „Söder ist zehnmal gefährlicher als Seehofer“

Der „Paukenschlag“, mit dem das Jahr 2018 begonnen habe, stimmt den Vorsitzenden der BI Attaching hoffnungsfroh. Söders Kurswechsel sorgt für gute Stimmung bei den Startbahngegnern - die bleiben aber aufmerksam.

Attaching – Die Ankündigung des designierten Ministerpräsidenten Markus Söder, mit dem Bau der dritten Startbahn nicht vor 2021 zu beginnen, und vor allem dessen Äußerung, dass der Bestand und der Erfolg des Airports im Moos nicht von der dritten Bahn abhingen, sind in den Augen von Franz Spitzenberger „der Anfang vom Ende der dritten Startbahn“.

Ganz so optimistisch sahen das bei der Jahreshauptversammlung der BI am Donnerstag nicht alle Mitglieder. Was Spitzenberger so positiv denken lässt, ist der Zeitfaktor. Denn Ende 2018 wird der neue Mega-Flughafen in Istanbul in Betrieb gehen, die ICE-Verbindung München-Berlin werde mehr angenommen werden, und dann sei da noch die Diskussion um Ultrafeinstaubpartikel (UFP). Vor allem aber würden auch die Zahlen und Statistiken einen Startbahnbau nicht hergeben: In den ersten sieben Wochen des Jahres habe man im Moos ein Plus von gerade mal 0,3 Prozent bei den Flugbewegungen verzeichnen können. In Zahlen: Nur zirka 160 Flugbewegungen mehr als in den ersten sieben Wochen des Jahres 2017. Ludwig Grüll aber warnte: Man dürfe seine Gegner nicht unterschätzen und „der Söder ist zehn Mal gefährlicher als der Seehofer“. Den Versuch Söders, das Thema Startbahn aus dem Wahlkampf herauszuhalten, dürfe man „ihm nicht ’nausgehen lassen“, forderte Grüll. Spitzenberger freilich betonte: Man unterschätze Söder nicht und der Widerstand gehe unverändert hart weiter.

2016 und 2017 waren für die BI Attaching, so zeigte der Rechenschaftsbericht, arbeitsreiche Jahre: Da war beispielsweise der Besuch von Thomas Kreuzer, dem Chef der CSU-Landtagsfraktion, da waren zahlreiche Infoveranstaltungen, auch Anton Hofreiter war einmal in Attaching. Außerdem habe man mit dem riesigen Feldzeichen „No 3. Runway“ erst in Berglern und jetzt bei Pulling Aufsehen erregt und schließlich bei „Jetzt red i“ in Attaching durchaus punkten können, blickte Michael Buchberger zurück. Dass FMG-Prokurist Josef Schwendner Bustouren durch Attaching anbiete und sich dabei, so habe man vernommen, „über uns und den Abwehrkampf lustig macht“, ärgerte Buchberger und die Attachinger. In diesem Zusammenhang war Spitzenberger eine Anmerkung ganz wichtig: Seit 13 Jahren, seit Bestehen der BI, habe man noch nie eine Gegendarstellung abgeben müssen. Seit 13 Jahren arbeite man stets und immer seriös und mit nachweisbaren Fakten. Ob das bei der Verfassungsbeschwerde, die noch immer beim Bundesverfassungsgericht liegt, von Erfolg gekrönt sein wird, weiß man auch in Attaching nicht. Was man aber weiß, ist, dass man Ende 2017 rund 17 000 Euro in der Kasse hatte, wovon 10 600 Euro die Rücklage für die Anwaltskosten in diesem Verfahren bilden.

Und dann wurde noch gewählt: An der Führungsmannschaft der BI Attaching änderte sich nichts: Spitzenberger bleibt 1. Vorsitzender, Korbinian Sgoff 2., Beiräte sind Anna Brückl und Anton Häuslmeier, der Kassier heißt Michael Buchberger, der Schriftführer Christoph Riesch, die Stellvertreterin von Kassier und Schriftführer ist Brigitte Dötterböck.

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