Monitoring schafft Klarheit

Bienenseuche im Landkreis Freising? Großflächiger Test klärt auf

Sie ist extrem ansteckend und vernichtet ganze Bienenvölker: die amerikanische Faulbrut. Im Landkreis wurde daher ein aufwändiges Monitoring durchgeführt. Das überaus erfreuliche Ergebnis: Im Landkreis ist die Tierseuche höchstwahrscheinlich noch nicht angekommen.

Landkreis „Zum Zeitpunkt der Beprobungen mit hoher Wahrscheinlichkeit frei von Sporenquellen“: Das ist das Ergebnis des Faulbrutmonitorings, das im vergangenen Jahr im Landkreis Freising durchgeführt wurde. „Das ist sehr erfreulich“, sagt Dr. Ulrike Schweinzer, Amtstierärztin des Veterinäramts Freising. Bei der amerikanischen Faulbrut der Honigbiene handelt es sich nämlich um eine gefürchtete – und staatlich bekämpfte – Tierseuche, die zum Zusammenbruch der Bienenvölker und zu großen wirtschaftlichen Schäden führen kann.

Der Landkreis Freising hatte sich an der Aktion des Tiergesundheitsdiensts (TGD) Bayern und des Fachzentrums für Bienen Veitshöchheim zur Installation des freiwilligen Faulbrutmonitorings beteiligt – eine sehr effektive Methode der Früherkennung infizierter Völker. Das Veterinäramt Freising koordinierte das Projekt. Zunächst einmal galt es, die Bereitschaft zur Teilnahme abzufragen, was bereits im Jahr 2016 über die Bühne ging. „Die Untersuchung ist nur sinnvoll, wenn sie auf Landkreisebene erfolgt und die Maßnahme abgestimmt ist“, erklärt Dr. Schweinzer. Die Resonanz sei sehr positiv gewesen: „Fast alle Imker sprachen sich dafür aus“, berichtet Landratsamt-Sprecher Robert Stangl.

Anschließend wurde das Monitoringgebiet in quadratische Sektoren aufgeteilt, mit Kantenlängen von jeweils zwischen fünf und zehn Kilometern. Bei einem Infoabend beim Imkerverein Freising wurde die Entnahme einer sogenannten „Futterkranzprobe“ praktisch vorgeführt. Der Futterkranz besteht aus Honigzellen, die rings um das Brutnest angeordnet sind und bei Befall mit Faulbrut eine besonders hohe Sporenanzahl enthalten. Dieser Honig wird zur Untersuchung auf Faulbrutsporen entnommen. 23 Imker zogen dann gleichzeitig Proben an 26 Standorten, die flächendeckend über den gesamten Landkreis verteilt waren. Die wurden dann vom Tiergesundheitsdienst in Grub untersucht. Ergebnis: Sporenquellen wurden nicht gefunden, die Krankheit konnte nicht nachgewiesen werden.

Verursacht wird die Erkrankung durch Infektion mit Sporen von Paenibacillus larvae. Die können bereits mehr als zwei Jahre vor Ausbruch der Erkrankung im Bienenvolk vorhanden sein, was die Bekämpfung schwierig macht. Werden die Faulbrutfälle zu spät erkannt, ist eine wirkungsvolle Bekämpfung häufig nur durch Abtöten von Bienenvölkern und umfangreiche tierseuchenrechtliche Maßnahmen wie Einrichtung eines Sperrgebiets sowie die Untersuchung und Beprobung von Völkern im Sperrgebiet möglich. Durch das Faulbrutmonitoring kann man das vermeiden. „Es dient dazu, versteckte Herde aufzudecken“, erklärt Dr. Schweinzer. Werden die Belastungen mit Sporen früh erkannt, ist eine Sanierung unter anderem durch verstärkte Wabenhygiene oder Kunstschwarmsanierung möglich. Dabei werden die Bienen von ihren Waben getrennt und in eine neue Behausung gefegt.  ft

Gut zu wissen

Das Umweltministerium fördert die Maßnahme. Die Untersuchung der Futterkranzprobe ist für die Imker kostenlos.

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