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Biergenuss lasse sich nicht nur erriechen und erschmecken, sondern auch ersehen und erfühlen, meinte Thomas Mayer. Selbst eingefleischte Biertrinker erfuhren vom Experten viel Neues rund um den Gerstensaft.

Bierverkostung als Abschluss des Jubiläumsjahres

Bier - der Beweis, dass Gott uns liebt

Haag - 500 Jahre Reinheitsgebot beim Bier stehe parallel zum 50-jährigen Jubiläum des Haager CSU-Ortsverbandes, resümierte Franz Donauer im Gasthaus Stegschuster. Dorthin war zum Abschluss der Jubiläums-Feierlichkeiten Biersommelier Thomas Mayer gekommen, um den Gästen einen anderen Blick auf den Gerstensaft zu eröffnen.

Es war ein interessanter Überblick, den der Experte den Besuchern bei der Bierdegustation verschaffte: Sie wissen jetzt um die Qualität der Biere aus der Region.

Humorvoll leitete Thomas Mayer seine Schulung mit einem Zitat von Heinz Erhardt ein: „Es ist bestimmt viel Schönes dran, am Element dem nassen, weil man das Wasser trinken kann, man kann‘s aber auch lassen. Wasser trinkt der Vierbeiner, der Mensch, der findet Bier feiner.“ Zur gelungenen Vorbereitung der Genuss-Schulung kredenzte der Bierkenner dann allerdings kein Bier, sondern begann seinen Vortrag mit einem Holledauer Hopfensecco als Aperitif. Bevor das erste Bier zur Verkostung gereicht wurde, erläuterte er die wichtigsten Beurteilungs-Kriterien wie Bierduft, Bieroptik, Biergeschmack und weitere Eigenschaften wie Schlierenbildung im Glas. Das Bier sollte am Tag der Verkostung auf nahezu 20 Grad gebracht werden, denn ein kälteres Bier erfrische zwar, verliere dann aber die feinen Aromanuancen, meinte Mayer. Dass warmes Bier zwar gewaltige Geschmacks- und Geruchsfülle entwickele, merkten die routinierten Biertrinker bald. Praxisgerechter sei jedoch ein kühles spritziges Bier, meinten die Experten.

Genau schmecken

Vier verschiedene Biersorten aus der Region hatte der Biersommelier zur Beurteilung mitgebracht. Zuerst probierte man ein naturtrübes Lagerbier mit brotartigen Aromen und karamell-haltigem Anteil. Die Gäste erfuhren, dass es so genannte kleine Kuckucksbrauereien gebe, die sich in große Brauereien einmieten, um ihre ausgefallenen Rezepte entwickeln zu können.

Das zweite Getränk, ein doppelt gehopftes Hallertauer Craftbier war ein naturbelassenes Grün Hopfen-Pils, bei dem die kräftige frische Hopfennote deutlich hervortrat. Zwischendurch ging es um die richtigen Biergläser, denn um die Qualität dieser feinen Tropfen richtig beurteilen zu können, sei die Verwendung eines speziell auf die Bierqualität hin konzipiertes Bierglases sinnvoll, so Mayer, der den Gästen weiterhin ein bernsteinfarbiges „Hallertauer Zuagroast“ aus Wolnzach einschenkte, das besonders würzig und spritzig schmeckte. Zum Finale gab es dann noch das bekannte Huber Weißbier als dunklen Weißbierbock mit cremefarbigem Schaum und rotbraunen Reflexen sowie karamelligen Weißbieraromen.

Zum Umspülen durfte jeder noch ein Ferrero Küsschen essen. Damit war bewiesen, dass Bier dem Wein nicht unterlegen ist, denn „Bier ist der Beweis, dass Gott uns liebt und dass wir glücklich sind“, meinte bereits Benjamin Franklin.

Wolfram Riedel

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