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Was kommt auf die Lehrer zu? Dieser Frage gingen (v. l.) Konrektorin Andrea Koppenwallner, Landrat Josef Hauner, BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann und Kreisverbandsvorsitzende Kerstin Rehm nach.

BLLV-Versammlung 

„Wer sonst, wenn nicht wir?“

Es fehlt an Personal, Geld und Zeit. Immer mehr Aufgaben haben Lehrer zu bewältigen – die Akzeptanz und der Respekt lassen aber zu wünschen übrig, moniert die Präsidentin des BLLV, Simone Fleischmann.

Freising Wie die Schule der Zukunft aussehen soll, darüber wurden am Dienstagnachmittag zahlreiche Pädagogen aus dem Landkreis informiert. Die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Simone Fleischmann, referierte in der Aula der Grundschule St. Lantbert in Lerchenfeld zu den Themen Integration, Inklusion und Digitalisierung,Respekt vor dem Anderen und dem Andersdenkenden.

Lehrer dürften nicht wegschauen, wenn unter den Schülern extremistisches Gedankengut kursiere, betonte Fleischmann. Kinder und Jugendliche seien die Gesellschaft von morgen. „Wer sonst, wenn nicht wir, könnte Integration leisten und die Kinder- und Jugendlichen erfahren lassen, wie wertvoll eine bunte Gesellschaft ist.“ Lehrer hätten eine zentrale Funktion bei der Demokratieerziehung und der Bewältigung der Flüchtlingsfrage. Und: „Wir als Lehrer brauchen den Respekt der Gesellschaft.“ Ihnen werde es nämlich zunehmend schwer gemacht, ihrem Bildungsauftrag nach zu kommen. Denn deutsche Eltern sähen in den Maßnahmen für die Integration der Flüchtlingskinder die Benachteiligung ihrer eigenen Kinder. „Wir brauchen uns nicht unter der Gürtellinie beschimpfen lassen“, monierte Fleischmann.

Dass auch der sonderpädagogische Förderbedarf an Bayerns Schulen immer mehr zunehme, zeigten die Zahlen: 74 000 Schüler hätten derzeit einen besonderen Förderbedarf, das seien 5000 mehr als vor zehn Jahren. Um Inklusion auf Dauer voran zu treiben, fehle es an Personal, Geld und Zeit. Mit zunehmenden Alter würden die Teilhabe-Chancen geringer, wusste Fleischmann. In Kindertagesstätten sei das gemeinsame Lernen und Spielen noch am weitesten verbreitet. Dort liege der Inklusionsanteil bei 42 Prozent, an den Grundschulen bei 36,7 Prozent. In den Realschulen und Gymnasien in Bayern lerne nur jedes zehnte Kind mit Förderbedarf.

Auch die Medienkompetenz müsse ein fester Bestandteil der Lehrerbildung sein. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka habe in den kommenden fünf Jahren fünf Milliarden Euro für digitales Lernen in den Schulen in Aussicht gestellt. „Wir vom BLLV werden das genau beobachten, was davon letztlich an den Schulen ankommt“, versprach Fleischmann.

Maria Martin

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