+
Das Beste für Augen und Ohren: die Tanzformation O´Brannlaig Rinceoir und – dahinter – die famosen Matching Ties.

Irish Folk Night

Schön, aber nicht wild

Vier bunte Krawatten und ein Kleid, dazu acht tänzerisch ebenso begnadete wie hübsche Beine. Am Samstagabend war der Lindenkeller der Ort, an dem das alles zu sehen war. „Irish Folk Night“ hieß das dann. Und die war nicht nur optisch ein Genuss, weil mit der Tanzgruppe O’Brannlaig Rinceoir echte Weltmeister auf der Bühne standen, sondern auch akustisch, weil die Matching Ties in großer Besetzung aufspielten.

Das Bier, vor allem das Guiness, fließt in Strömen, die Zuhörer tanzen ausgelassen, singen und klatschen bei Wheels & Co. begeistert mit – die Stimmung ist famos. Wer sich die „Irish Folk Night“ am Samstag im Lindenkeller so vorgestellt hatte, der wurde enttäuscht: Bier gab’s freilich, aber kein Guiness. Tanzende Zuschauer? Fehlanzeige. Im rappelvollen Unterhaus saß man gesittet an Tischen und auf den Seitenbänken und lauschte, spendete nach den Songs höflich Applaus und ließ sich nur selten dazu hinreißen, im Takt mitzuklatschen. Gründe dafür, dass es ein schöner Abend war, aber echte Begeisterung nicht so recht aufkommen wollte, gab es einige. Die Matching Ties, jene internationale Band rund um den US-Amerikaner Paul Stowe war zwar – anders als oft bei der Freisinger Nacht der Musik – als Quintett gekommen, um die Bandbreite des Irish Folk, des Scottish Folk oder auch des Celticgrass zu präsentieren. Und mit Geiger Peter Corbett stand sogar ein waschechter Ire auf der Bühne. Doch so schwungvoll und mitreißend die Songs auch oft waren, die da mit Whistle, Dudelsack, Bodhran, Gitarre, Geige und Mandoline zum Besten gegeben wurden – dass zwischen den Liedern viel geredet, manchmal gescherzt und oft etwas erklärt wurde, war zwar informativ, war aber leider auch so etwas wie ein Stimmungskiller. Dass es zudem nur vor dem Konzert und in der Pause Getränke zu kaufen gab – auch nicht stimmungsfördernd. Öfter mal haben die Matching Ties auch eine Tanzgruppe dabei, um auch diese so außergewöhnliche irische Tradition zu pflegen. Am Samstag waren es die vier Damen von O’Brannlaig Rinceoir, die mit ihrer exzellenten Präzision und famosen Choreografie nicht nur weltmeisterlich tanzten, sondern auch tatsächlich Weltmeister sind. Im vergangenen Jahr eroberte das Quartett von Meisterlehrerin Elaine Walker den Titel in der Sparte Irischer Tanz. Dass sie diese Trophäe zurecht ergattert haben, das bewies das Quartett am Samstag: die Leichtigkeit, die Qualität, die Exaktheit der Darbietung – da konnte man nur mit der Zunge schnalzen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ganz ohne Gaudi geht’s auch nicht
Freising ist und bleibt keine Faschingshochburg. Wenn dann noch miserables Wetter dazu kommt, dann ist auch das Faschingstreiben auf dem Marienplatz kein Publikumsmagnet …
Ganz ohne Gaudi geht’s auch nicht
Keilereien und Alkoholexzesse: Nachtumzug mit Schattenseiten
Gammelsdorf - Der Nachtumzug in Gammelsdorf wird die Polizei noch länger begleiten: Im Rahmen der Faschingsgroßveranstaltung kam es zu mehreren Anzeigen wegen …
Keilereien und Alkoholexzesse: Nachtumzug mit Schattenseiten
Ein Hauch von Woodstock
Im Fasching ist alles möglich. Da kann sogar das Unterhaus des Lindenkellers zu Woodstock werden. Die richtigen Bands braucht man halt.
Ein Hauch von Woodstock
Der eine ohne Führerschein, der andere betrunken
Zwei Männer wurden am Montag in Hallbergmoos kontrolliert - beide ließen sich etwas zu Schulden kommen.
Der eine ohne Führerschein, der andere betrunken

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare