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Anschaulicher geht's kaum: Isabell war eine der Ersten, die sich die 3D-Animation einer Frau aus der Bronzezeit ganz genau anschauen konnte.

Museum in Kranzberg eröffnet

Moderner Blick in die Bronzezeit

Kranzberg - Bayern hat 1500 Museen – und seit Freitag noch eines mehr. In Kranzberg hat das Bronzezeit Bayern Museum eröffnet. Dort werden die 3400 Jahre alten Funde mit modernster Technik präsentiert.

Der Blick vom Pantaleonsberg in Kranzberg schweift über das Ampertal. Nur wenige Kilometer entfernt liegt ein anderer Berg: Bernstorf. Mit rund 15 Hektar die größte Befestigung aus der Bronzezeit nördlich der Alpen. Was vor rund 3400 Jahren dort vergraben wurde, hat 1998 und 2000 das Licht der Gegenwart erblickt: Manfred Moosauer und Traudl Bachmeier entdeckten Gold- und Bernsteinfunde, die die Geschichte neu geschrieben haben. Jetzt, 16 Jahre später, ist Moosauer am Ziel seiner Träume angelangt. Das „Bronzezeit Bayern Museum“ auf dem Pantaleonsberg wurde am Freitag eingeweiht. „Ein wichtiger Beitrag zum kulturellen Leben unseres Landkreises“, sagte Landrat Josef Hauner. „Ein Leuchtturmprojekt für den Landkreis, für ganz Bayern und die interessierte Welt“ gar, sagte Moosauer.

Das multimediale Museum setzt - beispielsweise mit 3D-Animationen - ganz auf „Anschaulichkeit“, lobte der Staatssekretär im Kultusministerium, Bernd Sibler. Da sei das Museum „Vorreiter und Pionier“. Und: Es gebe „vielleicht viele goldene Zeitalter, aber nur eine Bronzezeit“. Und deshalb werde dieses Haus sicher ein historischer, aber auch ein touristischer und wirtschaftlicher Anziehungspunkt werden.

„Bronzezeit Bayern Museum“ in Kranzberg eröffnet

„Bronzezeit Bayern Museum“ in Kranzberg eröffnet

Christof Flügel konstatierte: „Kleine Gemeinde, große Geschichte.“ Der Mann von der Landesstelle für nichtstaatliche Museen wusste allerdings auch, dass man einen langen Atem brauche, um so ein Projekt zu verwirklichen. Recht hatte er: An den Gebäuden auf dem Pantaleonsberg sind seit seiner Renovierung Infotafeln angebracht. Auf einer steht zu lesen, dass wohl 2009 hier ein Bronzezeit- Museum eröffnen werde.

Dass es nun zwar mit Verspätung, aber schlussendlich doch etwas geworden ist mit dem Museum, hat man vor allem zwei Männern zu verdanken. Zum einen Moosauer selbst: Der sah in dem Projekt, mit dem man den Vorfahren „den nötigen Respekt“ zolle, aufgrund der angeschlossenen Museumspädagogik für Kinder und Jugendliche „einen unbezahlbaren Mehrwert für unsere Gesellschaft“. Das Museum wolle mit modernster Technik begeistern und die Jugend „wegziehen von den schlechten Auswüchsen unserer Zeit“. Zum anderen der Gemeindearchivar und Vorsitzende des Fördervereins Pantaleonsberg, Alfons Berger. Für ihn war klar: Die „Bedeutungslosigkeit“, in die Kranzberg nach der Auflösung des Landgerichts 1804 verfallen sei, „wurde damit wieder wett gemacht“.

zz

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