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Zwei Brücken, ein Problem: Die beiden Trägerwerke über die A 9, die bei Leonhardsbuch (links) liegen, werden dieses Jahr trotz aller Versicherungen nicht mehr fertig – sehr zum Ärger der Gemeinden Allershausen und Kranzberg. Denn die nördliche Brücke erschließt das Gewerbegebiet Kranzberg (rechts). Die südliche ist für Bauern von Bedeutung, weil nur über sie landwirtschaftliche Flächen angefahren werden können.  

Eine Hiobsbotschaft und etlicher Ärger

Brücken, die zu keinem Ende führen

Allershausen/Kranzberg - Immer wieder ist die Fertigstellung der Brücken, die bei Leonhardsbuch über die A 9 führen, verschoben worden. Jetzt steht fest: Dieses Jahr wird es damit nichts mehr. Bürgermeister Rupert Popp tobt, doch die Autobahndirektion stößt an ihre Grenzen.

Rupert Popp ist keiner, der ein Blatt vor den Mund nimmt. Also findet der Allershausener Bürgermeister auch deutliche Worte zu der am Donnerstag publik gewordenen Hiobsbotschaft, dass die beiden Brücken über die A 9, die auf seinem Gemeindegebiet liegen, deses Jahr nicht fertig werden. „Ein Saustall“ sei das. „Stinksauer“ sei er, weil das Projekt „äußerst frustrierend“ verlaufe. Immer wieder sei man vertröstet worden, obwohl es doch klare Vorgabe gewesen sei, dass man die Maßnahme möglichst schnell durchziehe. Immerhin seien davon die Erreichbarkeit des Kranzberger Gewerbegebiets und landwirtschaftlicher Flächen abhängig.

Besonders ärgert sich Popp darüber, dass er schon länger bemerkt habe, dass sich auf der Baustelle nichts tue. Drei bis vier offizielle Anfragen, wann man denn nun mit der Fertigstellung rechnen könne, habe er gestellt – in den Antworten sei immer nur von kleineren Verzögerungen die Rede gewesen. „Und jetzt das“, schimpft Popp. „Sauerei!“

Dass es mit den Arbeiten in den vergangenen Wochen nicht gerade im Höchsttempo vorwärtsging, bestätigt auch Klaus Burgstaller, Geschäftsstellenleiter im Kranzberger Rathaus. „Mein persönlicher Eindruck war: Wenn das meine Baustelle wäre, und ich würde damit fertig werden wollen, bräuchte ich mehr Man-Power vor Ort.“

Den im Gewerbegebiet ansässigen Firmen hat Burgstaller die schlechten Nachrichten übermittelt – und bereits Feedback erhalten. „Die waren nicht gerade erbaut.“ Auch für die Gemeinde ist es ärgerlich, dass die Brücke, die das Gewerbegebiet erschießt, nun wohl nicht vor Frühjahr nutzbar wird. „Zwei Drittel der Angestellten im Gewerbegebiet sind Pendler und müssen jetzt immer an unserem Kinderhaus vorbeifahren.“ Ganz zu schweigen von Lastwagen, die ebenfalls auf die Ringstraße ausweichen.

Josef Seebacher, Pressesprecher der Autobahndirektion Süd, räumt ein, dass man auf der Baustelle mit einer Reihe von Schwierigkeiten konfrontiert worden sei. Das schlechte Wetter, unerwartete zusätzliche Arbeiten und Kollisionen mit den Arbeiten auf der anderen große Baustelle zur Seitenstreifen-Freigabe hätten immer wieder zu punktuellen Verzögerungen geführt.

Dass die Fertigstellung der Brücken in diesem Jahr gescheitert sei, liege aber vor allem an Problemen, die die Behörde mit Bauunternehmen gehabt hätte. „Die Firmen sind extrem ausgelastet“, berichtet Seebacher. „Sie haben einfach zu viele Aufträge.“ Hätte man da nicht mehr Druck aufbauen müssen? „Wir können niemanden erschießen“, sagt Seebacher. „Auch rechtlich haben wir nicht viele Möglichkeiten.“ Würde er etwa Vertragsstrafen aussprechen, bestünde die Gefahr, die betroffenen Mittelstandsunternehmen in den Konkurs zu treiben. „Gewonnen hätten wir damit nichts.“ Generell gelte: „Je mehr Auflagen wir machen, desto teurer wird das Projekt.“

Und manchmal stellen die rechtlichen Grundsätze eben auch Fallen. So verrät Seebacher, dass man einer der Firmen, mit denen man jetzt Probleme habe, bei einem anderen Projekt schon mal gekündigt habe. „Die hat aber bei dieser Ausschreibung wieder das günstigste Angebot vorgelegt. Dann sind wir verpflichtet, sie auch zu nehmen.“

Im Prinzip stünden die Brücken, betont Seebacher. Letzte Maßnahmen wie Erdaufschüttung und Asphaltierungen könnten aber 2016 nicht mehr abgeschlossen werden. Immerhin: Die Brücke, die zum Kranzberger Gewerbegebiet führt, soll laut Seebacher in der kommenden Woche noch eine Tragschicht und Binder erhalten. Zudem sollen die Rampen zur Autobahn so hergerichtet werden, dass der Winterdienst seine Arbeit verrichten kann.

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