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Diplom-Meteorologe Klaus-Dieter Buchwald (63)

Der Bewässerungspapst

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Freising - Eigentlich wollte Klaus-Dieter Buchwald (63) Maschinenbauer werden. Doch er sattelte um und studierte, wie das Wetter funktioniert. Knapp 30 Jahre war er als Meteorologe in Weihenstephan Berater der Landwirtschaft.

Zuvor saß er in Offenbach in der Zentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) im Bereich Vorhersage und Luftfahrt. Zum Phänomen Klimawandel hat Buchwald, der Ende des Monats in Ruhestand geht, seine eigene Ansicht.

„Ich finde die Katastrophen-Szenarien, die heute gezeichnet werden, sehr problematisch“: Klaus-Dieter Buchwald, Diplommeteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD), der sein Handwerk in den 1970ern an der Freien Universität in Berlin studiert hat, distanziert sich von Szenarien, die seiner Meinung nach „reine Stimmungsmache sind“: „Ich halte mich an statistische Zahlen und Auswertungen, die die Klimaentwicklung der letzten hundert Jahre in unserer Region sachlich aufzeigen.“

Zum Klimawandel sagt er: „Die Trend-Analysen des Wetterdienstes belegen über die vergangenen hundert Jahre hinweg einen durchschnittlichen Temperaturanstieg von etwa einem Grad. Der Beginn der Wachstumsphasen in der Pflanzenwelt hat sich im Laufe des Temperaturanstiegs der vergangenen Jahrzehnte um zwei Wochen nach vorne verschoben. Das ist unbestritten.“ Aber aus anderen Wetterereignissen – etwa der Zahl von Unwettern wie Starkregen und Hagelschlag – eine These für den Klimawandel aufstellen zu wollen, halte Buchwald „für sehr problematisch.“ Denn bei den Messungen der Tageshöchstmengen von Niederschlag oder der Anzahl von schweren Hagelereignissen zeige die Trendanalyse des DWD kein einheitliches Bild einer allgemeinen Zunahme. Es gebe regional sogar auch „stagnierende oder leicht rückläufige“ Werte über die Jahre. „Auch in Freising hat die Häufigkeit der Unwetter in den vergangenen Jahrzehnten keinesfalls zugenommen.“ Buchwald sah sich und das Agrarmeteorologische Institut des DWD, das übrigens dem Bundesverkehrsministerium unterstellt ist, immer „als Dienstleister“. Dabei ist seine „Kundschaft“, zu der in Bayern vor allem die Landwirte zählen, bis Baden-Württemberg verteilt. Sie alle brauchen spezielle Wetterprognosen, Beratungen oder Gutachten.

Der gebürtige Berliner Buchwald hat den Sektor Landwirtschaft schon früh nach seiner Einstellung als wissenschaftlicher Angestellter 1979 in der DWD-Zentrale in Offenbach im Portfolio. „Ich widmete mich schon zu dieser Zeit dem Thema Bewässerungssteuerung.“ Das Institut in Weihenstephan hatte er damals schon im Blick. „Ich war dank vieler Freistaat-Urlaube mit meinen Eltern mental schon ein halber Bayer.“

1989 klappte es dann: „In Weihenstephan wurde eine Stelle frei und ich bekam sie.“ Seitdem wirkt Buchwald im agrarmeteorologischen Institut und bildete sich in seinem Fachgebiet Bewässerung fort. So verbesserte er beispielsweise eine Formel, die es ermöglicht, für Landwirte Tipps zur Bodenbewässerung zu erstellen: „Die Details dazu bekam ich von den Landwirten und den Kollegen aus Weihenstephan.“ So wurde er – und das prophezeite ihm schon sein erster Institutsleiter Prof. Hans Häckel – der „Bewässerungspapst“ aus Weihenstephan. Privat lebt Klaus-Dieter Buchwald mit Frau und Tochter in Rudelzhausen. Wenn er jetzt in Ruhestand geht, werde er nicht in Lethargie verfallen: „Ich werde dann noch mehr Sport als sonst treiben, freue mich auf ausgedehnte Bergwanderungen und Reisen.“ Und weil er jahrzehntelang auch Verfasser des monatlichen Wetterrückblicks im Tagblatt war, hat er noch eine gute Nachricht für alle FT-Leser: „Meine Kollegen werden diesen Service weiterbetreuen.“

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