Bürgermeister Johann Daniel: „Solche Projekte kann mannur schwer aufhalten.“

Bürger laufen Sturm gegen geplante Windkraftanlagen

Paunzhausen - Noch gibt es im Landkreis kein Windrad. Und diese Form der regenerativen Energie dürfte auch einen schweren Stand haben. Beispiel: Paunzhausen, wo am Dienstag an die 500 Bürger mächtig Wind gegen zwei geplante Anlagen machten.

Es könnte die Büchse der Pandora sein, die der Landkreis mit einer ersten Studie zu Windkraftanlagen im Landkreis Freising geöffnet hat: 16 möglicherweise geeignete Standorte waren auf der Karte verzeichnet - drei davon in der Gemeinde Paunzhausen. Dort haben jetzt zwei Investoren Interesse an zwei Windkraftanlagen angemeldet - östlich der A 9, 180 Meter hoch.

Bei einer Informationsveranstaltung der BI „Windrad 180“ am Dienstag wurde klar, dass die Bürger beunruhigt sind. „Wir sind in Gefahr, dass dann noch weitere Anlagen entstehen“, warnte BI-Sprecherin Anna-Elisabeth Häusler die rund 500 Interessierten vor einer Art Windpark. „Doch der Schutz des Menschen hat Vorrang“, betonte Helmut Grimm, der im Namen der BI immer wieder hervorhob: Man sei nicht gegen Windkraft, aber die Standorte müssten geeignet sein. Und genau in diesem Punkt hegen die Paunzhausener so ihre Zweifel: Angst vor Schlagschatten, Furcht vor Lärmbelästigung, vor allem vor dem kaum zu hörenden, aber für die Gesundheit gefährlichen Infraschall - das ist es, was die Bürger umtreibt.

Und noch ein Problem offenbarte sich in Paunzhausen: Die Gemeinde habe kaum Möglichkeiten, solche Projekte zu verhindern. Bürgermeister Johann Daniel hätte die ganze Sache eigentlich gerne unter der Decke gehalten, um keine Investoren anzulocken: „Das sind privilegierte Bauvorhaben, und die kann man fast nicht aufhalten.“ Problematisch ist auch, dass es im Freistaat Bayern - anders als in anderen Bundesländern - keine gesetzlichen Vorgaben zu Abstandsregelungen gibt.

Die Infoveranstaltung, die angesichts des heißen Themas ruhig und sachlich verlief, sollte zum einen dem Dialog dienen - auch mit den potenziellen Windrad-Betreibern (die freilich manchmal höhnisches Gelächter ernteten) und mit dem Landratsamt. Vor allem aber wollte man Druck machen. Denn: „Wir haben das Recht, Nein zu sagen“, sagt Häusler. Und viele sagen inzwischen Nein. Bereits wenige Tage nach der Gründung der Bürgerinitiative liegen Häusler 400 Unterschriften gegen die Windkraftanlagen vor.

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