Das ist der aktuelle Bebauungsplan. Elf Grundstücke verschiedenen Zuschnitts sieht der bisher noch gültige Plan vor.

Freising und seine Gewerbeentwicklung

Bürgerentscheid: Am Sonntag werden die Weichen gestellt

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Freising - Der Sonntag ist und bleibt ein wichtiger Tag. Auch wenn es beim Bürgerentscheid nicht mehr konkret um die Transgourmet-Pläne geht, ist der Ausgang der Abstimmung doch wichtig. Wichtig für die künftige Entwicklung Freisings.

Am ersten Tag nach der Absage von Transgourmet betonen sowohl diejenigen, die Transgourmet mit offenen Armen empfangen hätten, als auch die, die froh über den Rückzieher des Food-Logistikers sind, dass es am Sonntag beim Bürgerentscheid trotzdem um eine zentrale Weichenstellung für Freising geht: OB Tobias Eschenbacher sagt, das Votum der Bürger sei „ein wichtiges Signal, wie wir künftig mit Interessenten für das Gewerbegebiet umgehen sollen“. Und Markus Kelnhofer, einer der Sprecher der BI TransgourNEE, betont, dass es am Sonntag gilt, „nun auch die Verantwortlichen der Stadt Freising und insbesondere den Stadtrat davon zu überzeugen, dass Gewerbepolitik in Freising anders, verträglicher und zusammen mit den Bürger zu gestalten ist“.

Transgourmet hätte die gesamten Flächen auf einen Schlag benötigt.

Wenn die Freisinger aufgerufen sind, per Briefwahl oder am Sonntag in einem der vier Wahllokale (Asamgebäude, Schule St. Lantpert, Schule Vötting und Realschule) ihre Stimme abzugeben, dann geht es nämlich darum, ob der derzeit noch gültige Bebauungsplan Clemensänger II Ost vom Stadtrat so geändert werden darf, dass er auch Großprojekten wie der Transgourmet-Halle die Ansiedlung erlaubt. Der 1998 aufgestellte und 2004 leicht geänderte Bebauungsplan sieht nämlich eine kleinteilige Bebauung vor: Elf Grundstücke mit einer Größe zwischen 1000 und 19 000 Quadratmeter sind es, auf denen sich Gewerbe ansiedeln könnte.

Wer weiß, was die Zukunft bringt?

Würden die Freisinger am Sonntag dafür stimmen, dass der Bebauungsplan geändert werden dürfte, dann wäre es möglich, größere Objekte (eben auch Speditions- und Logistikhallen) zu errichten. Zwar gibt es laut Eschenbacher derzeit keine anderen Bewerbungen von vergleichbarer Größe wie Transgourmet. Aber: Wer weiß schon, was die Zukunft bringt? Vielleicht ja schon sehr bald etwas, denn seit gestern ist die Stadt wieder bei der Expo Real in München vertreten, versucht dort, ihre Grundstücke anzupreisen, Verbindungen zu Investoren zu knüpfen und Geschäfte anzubahnen.

Übrigens: Die von den Transgourmet-Gegnern angeführte Firma Deutsche See, die angeblich als nächster Großlogistiker Interesse an Freising zeige, würde laut Eschenbacher eine Halle in einer Größe bauen, die ohne Probleme im Rahmen des gültigen Bebauungsplans Clemensänger II Ost errichtet werden könnte.

Bei der BI TransgourNEE sieht man sich bestätigt: Transgourmet habe „erkannt“, dass die Clemensänger nicht als Standort für Logistik passten, dass begrenzter Raum, angespannte Verkehrssituation, die Stadtlage und die Nachbarschaft zu Schulen „keine Grundlage für den Betrieb und eine positive Entwicklung an diesem Standort“ seien.

Wer am Sonntag die Entscheidung mitverfolgen will, kann ab 18 Uhr ins Rathaus kommen, sich auf der Homepage der Stadt (www.freising.de) oder mit Live-Ticker auf www.freisinger-tagblatt.de informieren. Rund 36 000 Briefwahlunterlagen hat man verschickt, bis gestern Mittag waren bereits 11 000 wieder eingegangen.

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