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Informieren, anhören, einbeziehen - die Stadt Freising möchte ihre Bürger mitnehmen auf dem Weg zu einer neuen Innenstadt. Eine Möglichkeit zum Austausch bot der Infoabend im Oberhaus des Lindenkellers

Bürgerinfo zur Neugestaltung der Innenstadt

Miteinander den Umbau schultern

Die Stadt Freising geht hinsichtlich Innenstadtsanierung informativ in die Offensive. Doch zum Infoabend am Mittwochabend kam doch nur eine Handvoll Bürger. Ganz im Gegensatz zum Abend davor, als Hauseigentümer und Geschäftsleute geladen waren.

Freising– Etwa 120 Betroffene waren am Dienstag laut Stadtbaumeisterin Barbara Schelle an der geschlossenen Inforunde mit den Eignern und Geschäftsleuten anwesend. Man wollte lieber unter sich sein, weil eventuell auch heikle finanzielle Fragen zur Sprache hätten kommen könnten. Doch laut Schelle verlief der Abend reibungslos und harmonisch. Kommunikation mit allen Seiten, sei laut Schelle unerlässlich. Natürlich wolle man auch die Eigentümer und Geschäftsleute einbeziehen in Planung und Abläufe – ebenso wie alle anderen Freisinger Bürger.

Und eben dazu sollte dieser Mittwochabend dienen. Man wollte Anregungen, Ideen und Kritik sammeln. „Fragen sie uns, schreiben sie es auf, wir versuchen, die Dinge aufzunehmen“, ermunterte Schelle die Bürger. Und die nutzten das Angebot an den verschiedenen Tischen mit Lichtplanern, Stadtplanern und Landschaftsplanern ins Gespräch zu kommen. Nicht immer ging es dabei nur um nette Anregungen. Bei manch einem waren die Fragen existenziell.

Existenzielle Fragen diskutierten Robert Sturm (r.), Ex-Stadtrat Willi Ottowa, Stefan Klopfer (Leiter Ordnungsamt) und Alois Spangler (Leiter Tiefbauamt).

Wie zum Beispiel bei Robert Sturm. Sein Elektrogeschäft Am Wörth ist stark von den Baumaßnahmen in der Bahnhofstraße betroffen. „Seit sechs Monaten bin ich vom Verkehr abgeschnitten“, sagte er und der Ärger darüber war deutlich spürbar. Die Situation hinsichtlich Anlieferung sei so schlecht, dass kaum noch ein Lieferant sein Geschäft anfahre. Und auch auf die Kundenfrequenz habe die Baustelle deutliche Auswirkung. Im Gespräch mit Alois Spangler, dem Leiter des Tiefbauamts machte er die Probleme deutlich.

Natürlich beängstigt die Aussicht auf eine jahrelange Großbaustelle die Geschäftsleute der Innenstadt. Das bestätigte Max-Josef Kirchmaier von „Aktive City“. Der Verein wolle mit dem Büro in der Innenstadt der „Kümmerer“ vor Ort sein. Er riet den Geschäftsleuten für die Bauzeit: „Aktiv sein, Mut haben und etwas anpacken“.

Etwas anpacken möchte im Zuge der Baustelle auch Ernst Graßy vom Verein „Altes Gefängnis“: endlich den Hexenturm ins rechte Licht rücken. Dazu tauschte er sich mit Lichtplanerin Beatrice Seidt aus. Die versicherte, den Turm nicht zu vergessen.

Sorgt sich um seine Patienten: Bodo Stuhlmann (l.) im Gespräch mit Architekt Oliver Alten. Dem Mediziner ging es vor allem um die Situation an der Oberen Hauptstraße.

Für den Arzt Bodo Stuhlmann dagegen war es wichtig, den Eingangsbereich vor seiner Praxis in der Oberen Hauptstraße so zu gestalten, dass er für seine Patienten verkehrssicher ist. Sonst gab es vor allem Detailfragen zu einzelnen Eingängen und zur Barrierefreiheit. Die soll auch auf die umliegenden Gassen ausgeweitet werden, hieß es. Überlegungen dazu gebe es schon. Und ob es nicht schneller gehen könnte als bis 2023, wollte einer wissen. Das würden sich sicher viele wünschen, aber die Realität eines Großprojekts sieht eben anders aus.                                                                                    Claudia Bauer

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