Neujahrsempfang der Gemeinde Eching 

Bürgermeister Thaler: „Wir, die Bürger, schaffen das!“

Eching - Mit einer ansprechenden Mischung aus bewährten und neuen Zutaten ging am Sonntag das Neujahrskonzert der Gemeinde vor vollen Rängen über die Echinger Bürgerhausbühne. Anschließend wurde, wie auch in der Vergangenheit, bei einem zwanglosen Empfang bei Sekt und Selters, delikaten Häppchen und Small Talk auf das Neue Jahr angestoßen.

Als neuem Bürgermeister war es Sebastian Thaler in Begleitung seiner Frau Marlen vorbehalten, den Neujahrsempfang zu eröffnen. Er sei froh, bei dieser Veranstaltung an die bisherige Tradition anknüpfen zu können, um im festlichen Rahmen einen vielfachen Dank auszusprechen. Zum Wert einer Gemeinde, führte er aus, tragen allen voran die zahllosen Freiwilligen in den Vereinen bei, die sich beispielsweise im Bereich Sport, Kultur und Bildung, Feuerwehrwesen oder Nachbarschafthilfe betätigen: „Überall wird die Handschrift der Ehrenamtlichen sichtbar“, sagte Thaler wörtlich, der sich überzeugt zeigte, dass es in Deutschland weder Staat noch Wirtschaft, sondern in aller erster Linie die Zivilbevölkerung ist, die die viel zitierte Aussage der Bundeskanzlerin „Wir schaffen das“ hinsichtlich der Aufnahme und Betreuung von Flüchtlingen in die Tat umsetzt. „Wir, die Bürger, sind es, die das schaffen!“, stellte der Bürgermeister fest. Und weiter: „Eching sieht nicht weg.“ Mit Blick nach Syrien, das gar nicht so weit entfernt sei, solle man sich klar darüber sein, „wie gut es uns geht“.

Er rief die Bürgerschaft dazu auf, Vertrauen in die Ortspolitik und in die Verwaltung zu haben und zusammen auch im Kleinen Verantwortung zu übernehmen. So könne es auch gelingen, von der Basis her „Vertrauen in die große Politik zu generieren“. Angesichts der Lokalität Bürgerhaus äußerte er mit einigem Optimismus: „Heuer hoffe ich, dass wir endlich einen Wirt finden.“

Sein persönliches Fazit nach rund vier Monaten Amtszeit fällt erfreulich aus: „Die Arbeit macht Spaß“ – mit der Einschränkung, das sie umfänglicher gewesen sei, als gedacht. Seine Versprechen an die Bürger lauteten, offen zu sein und sie ortspolitisch zu informieren. Bewusst verzichtete Thaler darauf, detailliert und konkret auf anstehende kommunale Themen einzugehen: „Schließlich wollen Sie keinen politischen, sondern einen musikalischen und kulturellen Abend genießen.“

Und dazu lud das facettenreiche Konzertprogramm durchaus ein. Junge Solisten und das Salonorchester der Musikschule unter Leitung von Georg Straßmann sowie das Blasorchester des Musikvereins St. Andreas mit seinem Dirigenten Michael Werner demonstrierten dabei eindrucksvoll, welch konzertantes Niveau in Eching zu Hause ist. Gleich zu Beginn vermochten die jungen Nachwuchstalente Daniela Gelic, Maximilian Kleeman und Niklas Lohmann bei anspruchsvollen Kompositionen zu begeistern. „Aufschwung“ war passenderweise der Titel aus Schumanns Fantasiestücken für Klavier opus 12, das die zwölfjährige Daniela Gelic als ersten Beitrag des Abends am Flügel zum Besten gab, ebenso sicher und voller Spielfreude wie Niklas mit dem furiosen „Zug der Zwerge“ von Edvard Grieg (ebenfalls am Flügel) und Maximilian Kleemann im ersten Satz von Johann Sebastian Bachs melodiösem Violinkonzert in a-moll. Für Schwung und Temperament, gepaart mit einer Prise Humor, steht in Eching Musiker und Musikschullehrer Georg Straßmann. Obwohl gesundheitlich angeschlagen, brachte er zusammen mit dem siebenköpfigen Salonorchester zunächst mit Carl-Michael Zierers bekannter Fächer-Polonäse einen Hauch von Wiener Opernball nach Eching.

Zu guter Letzt hieß es Bühne frei für das vielköpfige, vielstimmige und raumfüllende große Blasorchester des Musikvereins Sankt Andreas. Mitgebracht hatten die Musiker einen bunten Melodienstrauß: angefangen von Richard Strauß „Festmusik der Stadt Wien“ bis zu Johann Strauß‘ „Unter Donner und Blitz“. Besonders bei Klaus Strobls dynamisch-lebhaftem Konzertmarsch kam das schöne Zusammenspiel der Register zum Ausdruck.

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