Keine Lösung, aber Hilfsangebote gab es beim CSU-Frühschoppen in Appercha zum Thema „Verkehrssituation an der Kreisstraße FS 6“. Die Bürger machten gestern ihrem Ärger Luft. Foto: Lehmann

Den Bürgern stinkt der Verkehr gewaltig

Appercha - Lastwagen brettern über Gehwege, verursachen Risse in der Kirche von Appercha. Jetzt machen Bürger gegen den zunehmenden Verkehr auf der Kreisstraße FS 6 mobil.

Knapp 70 Gemeindebürger aus Fahrenzhausen wollten sich einmal den Frust von der Seele reden. Denn: Alle Versuche, die FS 6 von einem „nicht mehr hinnehmbaren Maß“ an Verkehrsaufkommen zu entlasten, seien in den letzten Jahren gescheitert, berichtete Anton Rottenfußer. Er ist einer der Sprecher der Bürgerinitiative, die bereits 350 Unterschriften gesammelt hat und gestern Vormittag Fakten und Forderungen darlegte. Anhören durften sich das CSU-MdL und Kreisrat Florian Herrmann, sein Kreistagskollege und CSU-Bundestagskandidat Erich Irlstorfer sowie Bürgermeister Rudi Jengkofer (auch CSU) beim „Graßl“ zu Appercha. Lösungen hatten sie freilich nicht im Gepäck. Aber Hilfsangebote.

Von einer „besorgniserregenden Entwicklung“ sprach Rottenfußer: 4500 Fahrzeugbewegungen pro Tag noch im Jahr 2005, 5300 im vergangenen Jahr, und 6100 prognostiziert für 2015. Und: Wenn sich zwei Lkw in Jarzt oder Appercha begegnen, sei es an manchen Stellen so eng, dass die Lastwagen auf den Gehsteig ausweichen. Außerdem: Die Kirche in Apperache weise wegen der Erschütterungen inzwischen Risse auf, die seien „brutal“, so Rottenfußer. Mehrere Forderungen haben deshalb die FS 6-Anlieger: die ausgewiesene Umleitungsstrecke U 27 ändern, die Kreisstraße für Lkw sperren und/oder Planungen für eine Ortsumfahrung beginnen. Dass sich da der Landkreis und die Gemeinden Allershausen und Fahrenzhausen nicht einmal einigen können, wer eine Machbarkeitsstudie zahlt, erbost die Bürger: „Taktiererei.“

Bürgermeister Jengkofer stellte allerdings energisch klar, man zahle 250 000 Euro an Kreisumlage - und zwar monatlich! Da könne es nicht angehen, dass man auch noch Kosten für den Landkreis übernimmt, die ganz eindeutig in dessen Zuständigkeit fielen. Jengkofer sagte, die Gemeinde versuche alles, die Situation zu verbessern. Aber: „Es gab bisher klipp und klar nur Absagen rundrum“, sagte Jengkofer.

Die beiden CSU-Kreisräte hörten zu, konnten nichts versprechen, hatten aber diverse Vorschläge parat: „Oberstes politisches Gebot“ sei laut Herrmann der achtspurige Ausbau der A 9. Was eine Sperrung für Lkw angehe, wollte er „nicht allzuviel Hoffnung machen“. Für so etwas müsse es gute Gründe geben. Eine Veränderung der Umleitungsstrecke habe die Regierung von Oberbayern abgelehnt, weil dazu auch bauliche Maßnahmen notwendig wären. Zudem sei die Frage, ob das angesichts der verwendeten Navigationsgeräte etwas helfe. Und: Die Sache mit der Machbarkeitsstudie zu einer Ortsumfahrung werde man nochmal versuchen, im Kreisausschuss aufs Tapet zu bringen. Vielleicht könne sich Fahrenzhausen doch dazu durchringen, „kompromissbereit“ zu sein und einen Teil der Kosten zu übernehmen. Und Herrmann regte ein Treffen mit Staatlichem Bauamt, Regierung, Landrat, Bürgermeister und BI-Vertretern an, um die Situation zu besprechen.

Irlstorfer, der den Sicherheitsaspekt betonte, sagte, er habe demnächst ein Gespräch mit Verkehrsminister Ramsauer. Dabei gehe es um den A 9-Ausbau und -Lärmschutz. Er bitte die Vertreter der BI gerne dazu, damit sie an höchster Stelle ihre Betroffenheit schildern könnten. Die BI nahm das Angebot an. (zz)

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