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Sind bereit zum Bürgerbegehren: die Mitglieder des Bund Naturschutz in Freising

"Greislige Dinge"

Bund Naturschutz in Freising wettert gegen Transgourmet und 3. Startbahn

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Freising - Nein zur Startbahn und ein lautes „TransgourNEE“: „zwei greislige Dinge“, gegen die der Bund Naturschutz kämpfen will. Während man aber das Aus für die Runway bald erwartet, beginnt der Kampf gegen den „Tobi-Klotz“ erst.

Es wäre mal schön, ein paar Jahre für die Natur arbeiten zu können, ohne sich um „greislige Dinge“ kümmern zu müssen. Doch nicht nur die FMG mit ihren Startbahnplänen, sondern jetzt auch die Stadt Freising verhindert, dass dem Grünen-MdL und BN-Kreisvorsitzender Christian Magerl dieser Wunsch erfüllt wird.

Bei der Jahreshauptversammlung des BN am Donnerstag betonte er abermals, dass sich die Prognosen für den Flughafen München „granatenmäßig verhaut“ hätten. Und eine Trendwende bei den Flugbewegungen sei nicht erkennbar. Sogar das deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt gehe lediglich von einem Wachstum von 0,8 Prozent pro Jahr aus. Und bereinige man die ersten beiden Monate des Jahres 2016 um den 29. Februar im Schaltjahr, dann liege die Steigerung der Flugbewegungen bei 0,5 Prozent.

Fazit: Der Bedarf für eine Startbahn sei weiterhin nicht gegeben. „Es dümpelt weiter vor sich hin.“ Magerl bedauerte, dass die von Horst Seehofer angekündigte Entscheidung verschoben werde. Jeder Monat ohne Startbahn sei zwar ein Erfolg, aber die Betroffenen müssten nach fast elf Jahren dieses Damoklesschwert loswerden.

Doch es gibt laut Magerl noch ein anderes „sehr unangenehmes Thema“: die Pläne der Firma Transgourmet, sich mit einer 275 Meter langen, 90 Meter breiten und 18 Meter hohen Logistikhalle in den Clemensängern anzusiedeln. Karl-Heinz Häberle, BN-Mitglied und Bewohner der Carl-Orff-Siedlung, referierte und schimpfte über die „Monsterhalle“, die die Betroffenen „Tobi-Klotz“ nennen. „Transgourmet“ – da sei der Name Programm: „Jenseits des guten Geschmacks“, fand Häberle, der die Angst der Bewohner vor Verkehr, Lärm und Abgasen schilderte. Dass auch bei der eigentlich vorgesehenen kleinteiligen Vermarktung der Clemensänger-Flächen Verkehr entstehe, sei klar. Bei Transgourmet spreche man aber von Schwerlastverkehr – und das ab vier Uhr in der Früh.

Die Kritik richtete sich an OB Tobias Eschenbacher. Der setze sich für eine „Aufhübschung der Innenstadt“ ein – allerdings auf Kosten einer „Verschmuddelung des Stadtrandes“. Wenn der Stadtrat einer Änderung des Bebauungsplans am 23. März im Planungsausschuss zustimme, um so Transgourmet die Ansiedlung zu ermöglichen, wenn die Stadträte also wegen der Verlockung „biblischen Ausmaßes“, einen zweistelligen Millionenbetrag zu erhalten, „jedes Augenmaß verlieren“, dann drohe ein „Dammbruch“, warnte Häberle.

Das Vorhaben zeige die „Perfidie der Westtangente“, ohne die das Areal für Transgourmet wohl gar nicht so attraktiv sei. Sollte der Rat dem Logistiker, der dem Großhandelsunternehmer Coop mit Sitz in der Schweiz gehöre, Grünes Licht gebe, sei man „vorbereitet, ein Bürgerbegehren zu starten“.

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