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„Angenehmer Zeitgenosse“: Die Freisinger CSU-Abgeordneten Florian Herrmann (l.) und Erich Irlstorfer (r.) haben den neuen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier in der Bundesversammlung gewählt.

Bundespräsidenten-Kür

Freisinger CSU-Abgeordneter Irlstorfer hat Steinmeier gewählt

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Freising - Unter den mehr als 1200 Stimmberechtigten, die am Sonntag an der Wahl zum Bundespräsidenten teilgenommen haben, war auch der Freisinger Bundestagsabgeordnete Erich Irlstorfer. Im FT-Interview berichtet er, wie es als CSU-Politiker für ihn war, SPD zu wählen, warum er Frank-Walter Steinmeier für ein hervorragendes Staatsoberhaupt hält, und mit welchen Aufträgen ihn seine Kinder in die Bundesversammlung geschickt haben.

-Herr Irlstorfer, wie war es für Sie, bei der Wahl für das höchste Staatsamt mitzumischen?

Das war natürlich eine tolle Erfahrung. Es ist schon eine Ehre, in der Bundesversammlung mit dabei zu sein – eine spannende Sache.

-So spannend war es ja dann gar nicht, weil die Wahl so klar ausfiel. War es für Sie am Ende doch etwas langweilig oder sind sie ganz froh, dass Ihnen eine Marathonveranstaltungmit drei Wahlgängen wie damals bei Christian Wulff erspart blieb?

Eine geheime Wahl ist immer spannend, weil in der Wahlkabine jeder für sich allein ist. Wir haben im Vorfeld auch einige Schreiben von Parteifreunden bekommen, aus denen eine gewisse Skepsis an der Wahl eines SPD-Kandidaten herauszulesen war. Jeder musste da für sich selbst entscheiden.

-Und verraten Sie, wen Sie gewählt haben.

Selbstverständlich. Ich habe Steinmeier gewählt, weil er ein respektabler Kandidat war und dem Land als Bundespräsident gut tun wird. Da hat für mich das Parteibuch keine Rolle gespielt.

-Es hat Sie also gar nicht in den Fingern gejuckt, jemanden anderen zu wählen?

Überhaupt nicht. Was Steinmeier im Bezug auf Demokratie gesagt hat, kann ich eins zu eins so unterschreiben. Gerade in diesen gesellschaftlich schwierigen Zeiten wird er mit seinem diplomatischen Geschick ein hervorragender Bundespräsident werden. Und als Mensch ist er ohnehin ein angenehmer Zeitgenosse. Dass er seiner Frau eine Niere gespendet hat, hat mich sehr beeindruckt und zeigt, wie er tickt.

-Haben Sie zum ersten Mal SPD gewählt?

Nein. Sie kennen ja die Konstellation in der Kommunalpolitik. Gut möglich, dass ich bei der OB-Wahl in Freising mein Kreuz schon mal bei einem SPD-Kandidaten gesetzt habe (Ex-OB Dieter Thalhammer ist Mitglied der SPD, Anmerk. d. Red.).

-Mit der Nominierung von Martin Schulz als Kanzlerkandidat hat die SPD ein unerwartetes Hoch erfahren. Haben Sie Bedenken, dass Sie mit der Wahl von Steinmeier die neue Euphorie um die SPD weiter angeschürt haben?

Die SPD hat gerade das höchste Amt im Land errungen. Da ist es in Ordnung, dass sich die Sozialdemokraten entsprechend freuen. Ich denke aber, dass Bundespräsident und Bundeskanzler zwei paar Stiefel sind.

-Sie haben mit Steinmeier am Sonntag nach der Wahl ein paar Worte gewechselt. Was haben Sie ihm gesagt?

Ich habe ihm natürlich gratuliert, und da mir der Glaube sehr wichtig ist, habe ich ihm auch Gottes reichen Segen gewünscht. Steinmeier war noch sehr angespannt, aber man hat auch gemerkt, dass er sich über seine Wahl sehr gefreut hat.

-Sagen Sie eigentlich Frank-Walter zu ihm oder doch Herr Steinmeier?

Also wir sind schon per Sie. Höchstens, dass ich ihn mal mit Herr Kollege anspreche, aber nicht beim Vornamen.

-In der Bundesversammlung haben sich auch Prominente getummelt. Haben Sie mit dem ein oder anderen geprochen?

Ja. Ich habe ja schließlich eine Tochter mit 13 Jahren und einen fünfjährigen Sohn. Von Emma hatte ich den Auftrag, ein Foto mit Peter Maffay zu machen. Und Max wollte unbedingt ein Bild vom Papa mit Jogi Löw. Es war gar nicht so leicht, an die beiden ranzukommen, aber ich habe es geschafft. Es war sehr witzig.

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