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Energiebündel Ramona Aschka hat das Bootcamp für Frauen ins Leben gerufen. Sie weiß, die Mädels bei Laune zu halten.

Bootcamp für Frauen

Charmant gedrillt

100 Frauen laufen durch den Wald: Sie schwitzen, sie quälen sich mit Gewichten, sie stöhnen, gehen an ihre körperlichen Grenzen. FT-Mitarbeiterin Victoria Stettner hat sich unter die Freisinger Bootcamp-Mädels gemischt. Ein Selbstversuch.

FreisingEtwas mulmig ist mir schon, als mich die Redaktion zum Bootcamp für Frauen am Freisinger Walderlebnispfad schickt. Der Wunsch: Ich soll mir das Ganze nicht nur anschauen, sondern mich in Sportklamotten werfen und „einfach“ mitmachen.

Bootcamp: Damit habe ich bis dahin durch den Schlamm robbende Menschen in Tarnkleidung assoziiert, die unter militärischem Drill unter Stacheldraht hindurchkriechen und durch reißende Flüsse schwimmen, um irgendwann einmal vor Erschöpfung zusammenzubrechen.

Mit diesem Gefühl mache ich mich also auf zum Walderlebnispfad. Die Frage, ob ich fit genug bin für das, was mich da gleich erwartet, ist mein Begleiter. Reichen meine regelmäßigen Fitnesstudiobesuche aus für ein Bootcamp? Und Wintersport mach’ ich ja auch, versuche ich mich zu beruhigen. Aber: Ich bin nervös. Als ich mit dem Auto auf den Schotterplatz fahre, sehe ich schon die ersten Mitstreiterinnen. Tarnklamotten? Fehlanzeige. Stattdessen tragen alle trendige Sport-Funktionskleidung. Trainerin Ramona Aschka ist auch schon da. Die Frauen unterhalten sich, lachen. Nach und nach treffen immer mehr Teilnehmerinnen ein. Ramona gibt eine Flasche Autan-Mückenspray herum, sicher ist sicher. Ich mache noch schnell die Bekanntschaft mit den anderen beiden Trainerinnen Marina Schöberl und Nadine Harth, dann geht’s auch schon los. Die Frauen werden in drei Gruppen aufgeteilt: Einsteiger, Mittelstufe und Fortgeschrittene. Ich bin bei Ramona Aschka in der Mittelstufe, nur nicht zu bescheiden, denk’ ich mir. Ramona kündigt an, dass ihre Gruppe heute viel laufen wird. Jeder bekommt zwei XCO-Trainer, also zwei 600 Gramm schwere Gewichte und ein Gummiband, das sogenannte Rubberband. Und auf geht’s: Mit den Hanteln in der Hand walken wir in schnellem Tempo über den Erlebnispfad. Aufwärmen ist angesagt und es dauert nicht lange, bis der erste Schweiß fließt. Nach einigen Minuten bleiben wir stehen und es geht weiter mit Kraftübungen. „Noch acht, noch sieben, sechs, fünf“, ertönt die Stimme der Trainerin am Ende jeder Übung und ich bin erleichtert, dass es in diesem Bootcamp statt militärischem Drill mitreißende Motivation gibt. Ein Blick in die Runde zeigt, dass dies auch dringend nötig ist. Denn während die einen die Übungen mit Leichtigkeit und einem Lächeln auf den Lippen machen, beißen andere die Zähne zusammen. Schlecht fühlt sich keiner, denn trotz des strengen Kurstitels geht es hier – und das wird schnell klar – um Spaß am Sport.

Die Gruppe setzt sich wieder in Bewegung. Mit den Gewichten in der Hand wird gejoggt, mal bergauf, mal bergab. „Auf gehts, Mädls!“ ruft uns Ramona immer wieder zu. Vor allem bergauf, wenn die Luft knapp wird, ist das ein richtiger Ansporn, die letzten Meter weiterzulaufen. Eine Gruppe Rentner mit Walkingstöcken kommt uns entgegen und man nickt sich freundlich zu, Luft für große Worte habe ich eh nicht mehr. Da kommt der nächste Stopp gerade recht: Bei dieser Übung ist das Rubberband gefragt. Es wird um die Waden gespannt und durch Beinbewegungen immer wieder maximal gedehnt. Sieht einfach aus, ist es aber nicht – zumal hier auch und vor allem der Gleichgewichtssinn gefragt ist. Wieder joggt die Gruppe weiter und ich verfluche die Hügel auf dem Trimmdichpfad. Und ehrlich gesagt auch die Pferdeäpfel, um die wir als sportliche Dreingabe einen Hindernislauf machen müssen.

Ramona, die sich als wahres Energiebündel herausstellt hat, treibt uns Damen immer wieder an –und natürlich gibt es auch, völlig bootcampuntypisch, viel Lob für unser Durchhaltevermögen. Zwischendurch werden Liegestützen gemacht, Treppenstufen hinaufgesprungen (ja, nicht einfach gelaufen, sondern gesprungen!) und Arme, Beine und Rücken trainiert – manchmal mit und manchmal ohne Gewichte. Einige Trainingseinheiten fallen mir leicht, andere schwer – doch motiviert bin ich die ganze Zeit über, denn die Gruppendynamik treibt mich an.

Nach einem weiteren Stück auf dem Schotterweg sind wir zurück am Ausgangspunkt und treffen hier auf die beiden anderen Gruppen, die sich bereits zum Dehnen aufgestellt. Ich bin überrascht und ehrlich gesagt fast schon enttäuscht, wie schnell die Stunde vorbeigegangen ist. Zu dem Zeitpunkt ahne ich auch noch nicht, dass mir morgen früh Muskeln weh tun werden, von denen ich gar keine Ahnung hatte, dass sie existieren. Egal! Mein persönliches Fazit: Das ist Sport ganz nach meinem Geschmack. Draußen, mit netten Leuten. Zu Hause angekommen, fühle ich mich großartig und trete, bestens gelaunt, meinen Feierabend an.

Gut zu wissen

Am Montag, 7. August startet ein Partner-Bootcamp für Männer und Frauen. Die Teilnahmegebühr beträgt 40 Euro pro Person. Anmeldungen sind telefonisch unter (01 71) 2 16 55 16 oder per Email an ramona_aschka@web.de.

Victoria Stettner

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