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Zukunftssorgen beim Männergesangsverein Harmonie

Chorleiter gefunden, Nachwuchs gesucht

Eching - Ein Jahr vor seinem 95. Geburtstag gilt es für den Männergesangsverein Harmonie grundlegende Probleme zu lösen, um den Verein zukunftsfest zu machen. Denn: Zweierlei wichtige Komponenten im Vereinsleben schrumpfen: die Finanzen und die aktiven Sänger, aktuell nur noch 21.

Vor diesem Hintergrund blickte Vorsitzender Gerhard Sonntag trotz eines harmonischen Vereinslebens und der unverändert großen Freude an Gesang und Gemeinschaft auf ein schwieriges Jahr zurück. Nach dem Ausscheiden von Chorleiterin Rebecca Rehbach stand für den Vorstand die nicht einfache Suche nach einem neuen Chorleiter an. Da standen nacheinander mehrere Aspiranten bei der Harmonie auf dem Prüfstand – bis Dirigent Matthias Richter gefunden wurde, mit dem man weiterarbeiten will.

Nun muss eine Lösung her, um bei steigenden Ausgaben, wie dem regelmäßigen Salär für den Chorleiter sowie zu besonderen Anlässen, wie dem Vereinsgeburtstag, nicht ins Minus zu geraten. Über die angefallenen Mehrausgaben angesichts eines sinkenden Rücklagenpolsters gaben die roten Zahlen im Kassenbericht von Schatzmeister Peter Käsemann Auskunft. Gegenüber früheren Zeiten und einem praktisch ehrenamtlich tätigen Chorleiter gilt es nun, einen Dirigenten ganz normal für seinen Arbeitseinsatz, sprich die wöchentliche Chorprobe sowie die Auftritte, zu honorieren. Das (einzige) Mittel der Wahl besteht in einer Beitragserhöhung, darin waren sich alle Anwesenden in schöner Harmonie einig.

Lediglich über die Höhe wurde bei der Versammlung längere Zeit diskutiert. Seit Jahrzehnten gab es schließlich keine Beitragserhöhung. Aktuell belaufen sich die Beiträge auf 60 Euro für aktive Chormitglieder und 35 Euro für passive/fördernde. Vorgeschlagen wurden 100 Euro für aktive, was aber doch dem einen oder anderen zu hoch erschien.

So einigte man sich darauf, dass ab dem nächsten Jahr aktive Sänger 80 Euro und Fördermitglieder 45 Euro entrichten – wenngleich die Befürchtung besteht, dass diese Anhebung dauerhaft nicht ausreichen könnte. Überlebenswichtig ist angesichts eines Durchschnittsalters im Verein und bei den Sängern bei rund 75 Jahren die Verstärkung des Chores durch neue Mitglieder. Dazu sollen auch zusätzliche Auftritte der Harmonie beitragen und gegebenenfalls eine Erweiterung und teilweise „Modernisierung“ des Lied-Repertoires. Allerdings wurde der Versuch, mit einem „Augustin-Rap“ gesanglich vielleicht auch bei jüngeren Zuhörern zu punkten, nicht von allen mit großer Begeisterung aufgenommen.

Eine erfreuliche Überraschung stellte der unangekündigte Besuch von Echings Bürgermeister Sebastian Thaler dar, den die Harmonie gleich in zweifacher Hinsicht für sich rekrutieren wollte. So merkte 2. Vorsitzender Franz Wittmann augenzwinkernd an: „Ein Schirmherr, der Goldtaler hat, wäre nicht schlecht.“ Echings Gemeindeoberhaupt konnte trotz seines Namens keine Taler bieten, versprach aber, ein offenes Ohr für die Belange des Traditionsvereins und seines anstehenden Jubiläums zu haben.

Auch hinsichtlich einer möglichen Karriere im Männerchor als singender Bürgermeister musste Sebastian Thaler passen. Seine humorvolle Begründung: „Meine Mutter singt im Kirchenchor und hat viel Talent – aber das hat sie behalten.“

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