+
Nach einer Seuchen-Saison sind die Feraros auf Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen: (v. l.) Chef Hermann, Ramon, Aaronia, Atur, Alex, Monty, Miguel, Angelina, Sissi, Leni, Sava, Bonny und Pudel Elvis.

Nach Seuchen-Saison

Circus Feraro kämpft ums Überleben

Marzling - Zirkusse haben es nicht leicht. Gerade im Winter, wenn die Spielzeit vorüber ist, brechen harte Zeiten an. Erst recht dann, wenn die vergangene Saison nicht so erfolgreich war wie man sich das erhofft hatte. Auch beim Cirkus Feraro wächst die Verzweiflung.

„Es kommt alles zusammen.“ Hermann Schmidt-Feraro, Leiter des Circus Ferarot ist frustiert, zur Kapitulation ist er aber nicht bereit. „Wir kämpfen bis aufs Letzte.“ Denn einen Zirkus, der seit über 200 Jahren in Familienbesitz ist, gibt man nicht so schnell auf.

Seit rund 20 Jahre überwintert der Circus Feraro in der Hirschau (Gemeinde Marzling), Doch so schwer wie im vergangenen Jahr waren die Zeiten selten. Nicht nur, dass Tierschützer Zirkussen wie Feraro das Leben schwer machen, und es mit ihren Protesten beispielsweise erreicht haben, dass die Feraros und andere Zirkusse in Neumarkt in der Oberpfalz nicht mehr ihre Zelte aufschlagen dürfen. Nein, manch ein Gastspiel fiel auch deshalb ins Wasser, weil die Plätze, auf denen die Familie normalerweise gastiert, mit Containerdörfern für Asylbewerber belegt sind –wie in Unterschleißheim, wo der Circus Feraro gerne aufgetreten wäre. Schmidt-Feraro kann das schon nachvollziehen, denn die Plätze, auf denen sein Zirkus normalerweise gastiert, verfügen eben meist über Strom-, Wasser- und Gasanschluss, sind also ideal für Flüchtlingsunterkünfte.

Wenn Schmidt-Feraro und sein Familienbetrieb, der bereits in der achten Generation geführt wird, dann aber in diesem Sommer doch die Möglichkeit für Vorstellungen hatten, sind die Zelte oft fast leer geblieben. Und noch etwas kommt heuer hinzu: Die Zirkuszelte will im Winter offenbar niemand mieten, wie das sonst oft der Fall war. Und ein Letztes: Weil die Ernte heuer so schlecht ausgefallen ist, ist das Heu zur Versorgung der 40 Kleintiere des Circus Feraro in diesem Winter besonders teuer.

Doch auch wenn die Feraros Kämpfernaturen sind, beschäftigt Schmidt-Feraro immer wieder eine Frage: „Wer hilft uns?“ Er und seine Familie bitten jetzt die Bevölkerung um Unterstützung. In der Hirschau sind sie und ihre Tiere zwar bestens untergebracht, aber Futter- oder auch andere Spenden nimmt man mit großer Dankbarkeit entgegen. Anders als manch andere Zirkusse gehen die Feraros nicht „hausieren“, wie der Inhaber es nennt, wenn sich Kollegen von ihm mit Tieren und Klingelbeutel in die Innenstädte stellen und dort um Geld bitten.

Wer den Feraros helfen will, kann den Zirkus-Inhaber unter (01 60) 6 50 01 75 anrufen. Denn der hat zusammen mit seiner Familie vor allem ein Ziel: „Wir sind da für Groß und Klein.“ Und so hofft er, dass sein Zirkus ab März wieder auf Tournee gehen kann, die gebuchten Plätze und Vorstellungen auch wirklich gebucht bleiben und die Besucher zahlreicher kommen als 2015.

Andreas Beschorner

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ein Weg, Freisinger Geschichte lebendig zu machen
Unten lagen die Sonnenanbeter und genossen den Tag, oben beteten die Gäste und genossen den Anblick. Die Galerie der Brückenheiligen auf der Korbiniansbrücke bekam am …
Ein Weg, Freisinger Geschichte lebendig zu machen
Erzieher sein hat wieder Zukunft
Wenig Geld, kaum Möglichkeiten: Das Bild des Erziehers in der Öffentlichkeit ist nicht das Beste. Doch vieles hat sich geändert – und mit einem Abschluss an der …
Erzieher sein hat wieder Zukunft
Die Jungen rocken Kammerberg
Das Bandfestival rockte am Freitag Kammerberg. Auf Initiative von Michael Löwe, Lehrer an der Musikschule in Fahrenzhausen, heizten die jungen Schüler- und Newcomerbands …
Die Jungen rocken Kammerberg
Prinz Luitpold und die Traditionen
In der Veranstaltungsreihe „Schlossgespräche“ greift der Bundestagsabgeordnete Erich Irlstorfer (CSU) gesellschaftliche Themen auf: In der vierten Auflage und zugleich …
Prinz Luitpold und die Traditionen

Kommentare