Ein "cooler Typ" geht

Hallbergmoos - Glaubenstiefe, Kreativität und moderne Konzepte: Zehn Jahre hat Pfarrer Thomas Bachmann der evangelischen Kirchengemeinde Zulauf beschert. Nun verabschiedete er sich.

Beleg für die hohe Wertschätzung, die Pfarrer Thomas Bachmann in der Gemeinde genießt, war die enorme Zahl derer, die sich zum Abschiedsgottesdienst in der Emmaus-Kirche eingefunden hatten: Dicht gedrängt saßen und standen Besucher aller Konfessionen im evangelischen Gemeindezentrum, dessen Bau Bachmann mit großem Engagement vorangetrieben hatte, beieinander. Bachmann wird am 1. Februar in Augsburg/Hochzoll die Sankt Matthäusgemeinde als Pfarramtsführer übernehmen.

Sicherlich war es kein Zufall, dass es ein etwas anderer Gottesdienst war, der den Abschluss von Bachmanns Wirken in Hallbergmoos markierte. Denn gerade mit modernen Glaubensformen, Jugend- und Musikprojekten oder dem 2010 gestarteten Projekt „Neuer Wein in neuen Schläuchen“ hat der Pfarrer Gläubige, aber auch „Kirchen-ferne“ Menschen den Glauben näher gebracht.

Das Gemeindeaufbauprojekt thematisierte auch Dekan Jochen Hauer, der Bachmann von seinem Dienst in Hallbergmoos „entpflichtete“: Die Landeskirche verspreche sich davon interessante Rückschlüsse. Sinnbildlich machte er zugleich deutlich, dass eine Mischung aus „neuen und alten Schläuchen“ - sprich: moderne und traditionelle Glaubensformen - in einer Gemeinde Platz haben sollten. Keinen Hehl machte Hauer daraus, dass es in Bachmanns Amtszeit auch „Zerreißproben“ („Wir sind eben keine Freikirche“) gegeben habe. Dass das von Bachmann mit „Power, Impulsen, Musik, Energie und Kreativität“ gelegte „Samenkorn“ wachsen werde, dieser Hoffnung gab Markus Krusche, Senior des Pfarrkapitels, Ausdruck. „Du hast ein ganze Generation maßgeblich geprägt“, bescheinigte Neufahrns Jugendpfarrerin Christa Stegschuster dem Kollegen. Musikalität, Spiritualität und die Betonung der Gemeinschaft würden Bachmann auszeichnen. Manche sähen in ihm - wegen seines Hobbys Fallschirmspringen - den „Missionar in Springerstiefeln“, andere einen „Heiligen“ oder einfach nur „einen coolen Typen“. Bewunderung für seine Glaubensstärke und den „super ökumenischen Geist“ erntete Bachmann von seinem katholischen Amtskollegen Stefan Menzel. Weil’s beim Kollegen allerdings nicht so gut um die „liturgische Kleidung“ bestellt ist, gab’s als Abschiedsgeschenk eine Stola.

Mit einer Zeichnung der Emmaus-Kirche von Künstler Konrad Dördelmann sagte Bürgermeister Klaus Stallmeister „Danke“ . Bachmann habe mit Begeisterung und Engagement Beruf und Berufung gelebt. Mit Blick auf den von der Kommune finanziell unterstützten Kirchenbau sagte er: „Es war leicht für mich, mit dir große Probleme zu lösen.“ (ev)

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