Versammlung der Grünen 

CSU „hat unser Volksfest missbraucht“

  • schließen

Warum man am 24. September die Grünen wählen soll, erklärte Bundestagskandidatin Kerstin Schnapp. Warum das Volksbegehren zur Beschränkung des Flächenverbrauchs so wichtig sei, erklärte Grünen-Kreisrat Toni Wollschläger. Am aufregendsten war bei der Ortsversammlung der Moosburger Grünen am Mittwoch aber ein lokales, ein ganz aktuelles Thema: die Herbstschau, Guttenberg und der „KreideSchrei“.

Moosburg – „Politik und Regieren ist ein Stilfrage“, eröffnete Ortsvorsitzender Johannes Becher die Versammlung im Gasthaus Zur Lände. Wenn eine Partei wie die CSU zu lange an der Macht sei, dann bestehe „die Gefahr der Arroganz“. Und genau das sei in Moosburg derzeit zu beobachten: Da habe die CSU „unser Volksfest missbraucht“, sich selbst eine Wahlkampfveranstaltung und „Sonderrechte“ genehmigt, schilderte der Moosburger Grünen-Chef. Damit nicht genug, habe die CSU-Bürgermeisterin im Stadtrat auf Anfragen dazu „mit einer Respektlosigkeit reagiert“, wie er sie in neun Jahren Stadtrat noch nie erlebt habe. Und auch damit nicht genug: Auf der Basis der Einladung von Bürgermeisterin Anita Meinelt habe die AfD die Chance genutzt, rechtes Gedankengut unters Volk zu bringen.

Dass dann junge Leute „auf charmante, friedliche Art“ ein klares Statement gegen Rassismus gestartet hätten, das finde er „super“: „Nette Aktion, gut gelungen“, so Becher.

„Aber dann kommt einer und setzt dem Ganzen noch die Krone auf“, schoss Becher dann scharf gegen CSU-Stadtrat Rudi Heinz und dessen Anfrage (wir haben berichtet). Das sei „an Peinlichkeit und Lächerlichkeit nicht zu überbieten“, kritisierte Becher seinen Stadtratskollegen und las süffisant die Anfrage von Heinz im Wortlaut vor.

Doch damit noch immer nicht genug: Am Dienstag habe ihm Bürgermeisterin Meinelt beim Behördentag auf der Herbstschau gesagt, dass die Stadt durchaus eine Rechnung für die Beseitigung der Kreidesprüche auf dem Boden schicken werde, verriet Becher und war fassungslos: „Das soll sie machen, da kann sich Moosburg mal wieder bayernweit blamieren.“ Und dann ging es nochmal um den Guttenberg-Auftritt am Montag: Angelika Werner-Ripperger konnte berichten, dass beispielsweise der traditionelle Ausflug der Lebenshilfe am Montag zur Herbstschau wegen des Guttenberg-Auftritts gestrichen werden musste und dass der Seniorennachmittag beeinträchtigt war, weil die Musik um 16 Uhr aufhören musste. Becher: „Unverschämtheit!“

„Zukunft wird aus Mut gemacht!“, war die Botschaft von Bundestagskandidatin Schnapp. CDU und CSU, auch die SPD, hätten die Sache mit dem Klimawandel durchaus kapiert, die einzige Partei, „die die Sonntagsreden der anderen dann aber auch umsetzt“, das seien die Grünen.

Ähnlich sei das auch bei dem Volksbegehren, mit dem man ab dem Jahr 2020 den täglichen Flächenfraß in Bayern von derzeit 13 auf lediglich fünf Hektar pro Tag beschränken wolle. Auch damit, so Kreisrat und Biobauer Toni Wollschläger, lege man die Bundesregierung und die Staatsregierung nur auf die Ziele fest, die die CDU und CSU selbst beschlossen hätten.  zz

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ex-Freundin mehrmals brutal misshandelt
Im März verurteilte das Amtsgericht Freising einen Kundenbetreuer (36) wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten. Das …
Ex-Freundin mehrmals brutal misshandelt
Eine ausgezeichnete Schnapsidee
Es war eine Schnapsidee im wahrsten Sinne des Wortes. Und eine, die binnen zehn Jahren zu großen Erfolgen geführt hat. Die beiden vom Schusterhof in Fürholzen stammenden …
Eine ausgezeichnete Schnapsidee
Vor Tankstelle in Eching: Fünf Randalierer schlagen auf 38-Jährigen und seine Freundin ein
Zu einer üblen Schlägerei, bei der fünf Angreifer auf einen 38-jährigen Echinger losgingen, kam es in der Nacht zum Sonntag vor der Aral-Tankstelle in Eching (Landkreis …
Vor Tankstelle in Eching: Fünf Randalierer schlagen auf 38-Jährigen und seine Freundin ein
Drama an der Donau: Mann will rollendes Auto anhalten und ertrinkt vor Augen seiner Partnerin
Er wollte seinen rollenden Wagen stoppen, doch dabei ist ein Mann aus dem Landkreis Freising gestorben. Er ertrank in der Donau - vor den Augen seiner Partnerin.
Drama an der Donau: Mann will rollendes Auto anhalten und ertrinkt vor Augen seiner Partnerin

Kommentare