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Polizeihauptkommissar Walter Schollerer zu Gast im JUZ:

Cybermobbing: Moosburger Jugendparlament setzt auf Prävention

Moosburg – In Zeiten der sozialen Medien und Smartphones wird Cybermobbing zu einem immer größer werdenden Thema. Vor allem Kinder und Jugendliche können schnell Betroffene solcher Taten werden. Das Jugendparlament Moosburg möchte daher zur Präventionsarbeit beitragen.

Dafür haben sich Verena Kuch und Jonas Schweighöfer Unterstützung von der Polizeiinspektion Freising geholt: Walter Schollerer ist dort Polizeihauptkommissar und Jugendsachbearbeiter. Regelmäßig besucht er Schulen im Umland, um Aufklärungsarbeit zu leisten. Und die benötigen seiner Meinung nach nicht nur die Schüler und Lehrer, sondern allen voran die Eltern. „Diese stellen ihren Kindern Smartphones zur Verfügung, wissen aber nicht, was die damit machen.“ Und vor allem, welche persönlichen Daten sie preis geben: „Das ganze Leben steckt im Handy, das sieht man überwiegend bei den Mädchen.“

Die Grundlage, um Cybermobbing zu verhindern, sei für den Beamten der verantwortungsvolle Umgang mit dem Handy oder den Medien. „Da schauen sich die Kinder ganz viel von uns Erwachsenen ab. Wenn ich es selber nicht vorlebe, wie kann ich es dann von meinen Kindern verlangen?“, argumentierte Schollerer. Das Internet, allen voran soziale Medien wie Facebook oder WhatsApp, lassen die Hemmschwelle bei den Nutzern sinken. „Da passiert es schon mal schnell, dass jemand einen bösen Kommentar schreibt. Ein großer Faktor ist auch die Anonymität im Netz.“ Das macht es der Polizei im Zweifel auch schwer, Täter zu fassen. „Bei einem deutschen Provider wäre das nicht so. Aber Facebook zum Beispiel sitzt in Amerika. Da ist es allein schon fraglich, überhaupt eine Antwort zu bekommen.“

Welches Ausmaß das Ganze haben kann, schilderte der Polizist anhand eines älteres Falles: Eine Ermittlung wegen pornographischen Inhalten führte die Polizeibeamten zum Haus einer Familie: Die Eltern waren im Urlaub, der Sohn allein zu Hause. „Die Eltern fielen raus, sie waren ja nicht da. Blieb eigentlich nur noch der Sohn.“ Es stellte sich jedoch heraus, dass dieser Freunde zu sich einlud. „Einer davon besuchte eben solche Seiten, während er zu Besuch war und sich mit seinem Laptop im Netz der Familie eingewählt hatte.“ Für den Vater, einen Sicherheitsmitarbeiter am Flughafen, hätte dies die fristlose Kündigung bedeutet.

Auch ein Grund, der zu Cybermobbing führen kann, ist für Schollerer das fehlende Wissen, anständig zu streiten. „Auch das muss ich meinen Kindern beibringen: Wie man sich einem anderen Menschen gegenüber verhält. Und wie ich mit einer Person bei Meinungsverschiedenheiten richtig umgehe.“

Zum Schluss gab er den Jugendlichen ein paar Tipps: „Pass auf deine Daten auf und gehe damit um, als wären sie ein Schatz. Und besonders wichtig: Schalte dein Hirn ein bevor du auf die Enter-Taste drückst.“ Auch der Freundeskreis kann dazu beitragen. „Die eigenen Freunde sind das beste Mittel. Wir haben es schon bei ein paar Klassen geschafft, dass sich Fälle von Cybermobbing in Luft aufgelöst haben, weil die Freunde gesagt haben, man soll es sein lassen.“ 

Anna Schledzinski

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