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Röntgenteleskop eRosita: Auf den Spuren dunkler Energie

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Am 13. Juli 2019 brach die eRosita im Schlepptau einer russischen Rakete in den Weltraum auf. © dahome

Wer sich auf Lese-Reise durch dieses Heft begibt, wird sehen: Zu den positiven Seiten unserer Heimat zählt auch, dass die Menschen hier etwas bewegen. Viele kleine und große Heldengeschichten spielen sich direkt vor unserer Haustür ab.

Liebe Leserinnen und Leser,

Hut ab: 36 Länder hat Theresa Lachner, Jahrgang 1986, in ihren jungen Jahren schon gesehen. Ob Asien oder Amerika - überall hat Deutschlands erfolgreichste Sex-Bloggerin prickelnde Erlebnisse gesammelt, über die sie berichtet. Inzwischen ist Theresa Lachner wieder zurück in Freising. Sie sagt: „Durch das Reisen gewinnt man eine andere Sicht auf die Heimat, insbesondere auf die positiven Seiten.“

Wer sich auf Lese-Reise durch dieses Heft begibt, wird sehen: Zu den positiven Seiten unserer Heimat zählt auch, dass die Menschen hier etwas bewegen. Viele kleine und große Heldengeschichten spielen sich direkt vor unserer Haustür ab. Ein Besuch in Garching etwa führt direkt in die Champions League der Astrophysik. Spitzenforscher haben ein Röntgen-Teleskop entwickelt und ins Weltall geschickt. Die Mission der eRosita auf ihrem 1,5 Millionen Kilometer langen Trip durch die Galaxie verfolgen viele Länder gespannt mit.

Vom Weltraum in den Mikrokosmos des Körpers sind es nur ein paar Kilometer. In Hallbergmoos feilt ein Startup an einer smarten Waffe gegen bösartige Tumore. Die Krebsimmuntherapie könnte auf internationaler Ebene für eine medizinische Revolution sorgen.

Für den Künstler Thomas Neumann ist Heimat hingegen Quell der Inspiration. In seinen Grafiken und Bildern trotzt er der uns vertrauten Natur immer neue Perspektiven ab. Einen frischen Blick auf Heimat will auch die aktuelle Ausgabe von dahome Ihnen bieten. Lassen Sie sich also beim Schmökern überraschen. Viel Freude dabei wünscht

Ihr Manuel Eser

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Röntgenteleskop eRosita: Auf den Spuren dunkler Energie

Fast ein Jahr ist es mittlerweile her, dass eRosita ihre 1,5 Millionen Kilometer lange Reise angetreten hat. Am 13. Juli wurde das Röntgenteleskop, geplant und realisiert vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE), von einer russischen Rakete in Baikonur/Kasachstan ins Weltall befördert. Das Team ist mehr als zufrieden mit dem bisherigen Verlauf und den bereits gewonnenen Ergebnissen. Doch es ist und bleibt spannend.

Beginn einer neuen Ära der Röntgenastronomie

eRosita („Extended Roentgen Survey with an Imaging Telescope Array“) ist ein Röntgenteleskop, bestehend aus sieben Wolter-1-Spiegelmodulen mit jeweils 54 ineinander verschachtelten Spiegelschalen. Im Brennpunkt jedes Spiegelmoduls befindet sich eine hochempfindliche Röntgenkamera. Aufgabe von eRosita ist die erste vollständige Himmelsdurchmusterung in bisher unerreichter spektraler und räumlicher Auflösung. Ziel ist es, mit Hilfe des Röntgenteleskops gesendeten Daten eine Himmelskarte zu erstellen, die das Universum und seine Entwicklung zeigt.

eRosita soll Licht in die Dunkle Energie bringen


Geplant und entwickelt wurde eRosita vom MPE in Garching unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Peter Predehl, einem passionierten Astrophysiker, der am Institut seit nunmehr über 40 Jahren arbeitet und das Projekt eRosita vor 15 Jahren federführend mit auf den Weg brachte. Ziel der Forscher ist es, der Entwicklung des Universums auf die Spur zu kommen. Das All dehnt sich beschleunigt aus, Ursache dafür ist offenbar ein Phänomen, das die Fachleute Dunkle Energie nennen. „Wenn wir von Dunkler Energie oder Dunkler Materie sprechen, so heißt das im Grunde, dass wir nicht wissen, was es ist“, erklärt Predehl. „Trotz intensiver Forschung haben wir von 96 Prozent des Universums keine Ahnung.“ Forscher würden etwa die Anziehungskraft der Erde und der Sonne kennen. Die Anziehungskraft der Milchstraße reiche jedoch nicht aus, um die Sonne auf ihrer Bahn zu halten. Deshalb müsse noch etwas anderes existieren - die Dunkle Materie eben.

Trotz 40 Grad Celsius haben die Forscher Gänsehaut

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Gänsehaut trotz 40 Grad Celsius: Auch für die Wissenschaftler war der Start der eRosita ein erhebender Moment. © dahome

Der Start von eRosita auf ihre 1,5 Kilometer weite Reise fand am 13. Juli 2019 statt. Die Rakete wurde nicht, wie das in den USA der Fall ist, am Startplatz aufgebaut, sondern in einer Halle unter sauberen Bedingungen und anschließend zum Startplatz in der Steppe transportiert. Ebenfalls anders als in den USA gab es auch keinen Countdown. Man musste die Startvorbereitungen beobachten und auf die Durchsagen achten. Irgendwann wurde der Turm weggefahren, und die Rakete stand frei. Denkt Peter Predehl an diesen Moment zurück, wird er immer noch euphorisch: „Der Start war fantastisch. Es war ein großer emotionaler Moment, die Rakete vor dem blauen Himmel bis zur ersten Trennung zu sehen. Obwohl an dem Tag über 40 Grad Celsius herrschten, hatten wir trotzdem Gänsehaut.“

eRosita-Daten sind weltweit gefragt

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Weltweit sind Wissenschaftler begierig auf die Daten, die von der eRosita gewsammelt werden. © dahome

Weltweit sind Wissenschaftler neugierig auf die Daten von eRosita, die für die Mission vier Jahre Zeit hat. Zwar ist eRosita nicht das einzige Teleskop im Orbit, die anderen sind aber teilweise bereits 20 Jahre alt und haben andere Zielsetzungen. Peter Predehl ist mehr als zufrieden mit dem, was sein Baby bisher geleistet hat. „Allein die Tatsache, dass eRosita so funktioniert, wie wir es erwartet haben, ist schon unerwartet und im Grunde eine Sensation. Damit spielen wir definitiv in der Champions League der Astronomie."

Petra Henning

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