Darwin - brennend aktuell

Freising - Wie brennend aktuell "Darwin" ist, bewies eine Debatte im Freisinger Rathaus. Kirchenmänner und Wissenschaftler debattierten darüber, wie der Naturforscher mit seiner Evolutionstheorie das Welt- und Menschenbild veränderte.

Schon bald werde es möglich sein, den genetischen Bauplan jedes Menschen blitzschnell zu entschlüsseln, sagte der Molekularbiologe – wo sollte da bitte der Schöpfer wirken? Er glaube an Gott, „der hinter all dem steht“ sprach der Weihbischof. Dennoch: Bei einer Darwin-Diskussion im Freisinger Rathaus lagen die Positionen gar nicht so weit auseinander.

Die neue Evolutionsforschung treffe den Menschen im Kern, hatte zunächst Moderator Prof. Klaus Mainzer das Thema umrissen. Die Bausteine des Lebens seien entschlüsselt. Sei Gott angesichts schwindender Wissensnischen als „Lückenbüßer für das noch nicht Verstandene“ nicht auf einem aussichtslosem „Rückzugsgefecht“?

Das sahen Weihbischof Bernhard Haßlberger und der evaneglische Dekan Jochen Hauer so nicht. Welches Weltbild habe Darwin denn revolutioniert? konterte Hauer. Es sei das Gottesbild der anglikanischen Kirche gewesen – mit einem Schöpfer, der einem Uhrmacher gleiche, der mechanistisch die Dinge am Laufen halte. Und mit einer wortgetreuen Bibelauslegung, mit der den alten Texten nicht beizukommen sei. Durchbrächen Kirche wie Wissenschaft nicht ihre geschlossenen Gedankenkreisläufe, ergäben sich tatsächlich nur „geringe Schnittmengen“. Im offenen System aber könne man sich darauf verständigen, „dass es noch eine andere Wirklichkeit gibt, die die Naturwissenschaft nicht beschreiben kann“. Hauer: „Vergebung, Barmherzigkeit, Gnade – was ist damit?“

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