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Quo vadis, Deula? Geschäftsführer Claus Ammer (r.) und Ulrich Schäfer, Präsident des Gesellschafters VGL, rechnen damit, dass sie den Standort Freising aufgeben müssen – zumindest teilweise.

Auslagerung droht

Deula vor der Zerreißprobe: Muss das Bildungszentrum Freising verlassen?

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Das wäre ein herber Verlust für Freising: Plänen zufolge soll die Deula Bayern nach Triesdorf umziehen – zumindest teilweise. Noch aber kämpft der Geschäftsführer vor Ort um den historischen Standort des grünen Berufsbildungszentrums.

Freising – Die Wurzel des Übels liegt weit in der Vergangenheit. Von Anfang an habe das 1978 errichtete Gebäude der Deula eine marode Bausubstanz aufgewiesen, berichtet Geschäftsführer Claus Ammer. Schon an seinem ersten Arbeitstag als Geschäftsführer vor sechs Jahren sei ihm klar gewesen, dass die Unterkunft des Berufsbildungszentrums für Landwirtschaft und Gartenbau dringend modernisiert werden müsse. „Meine erste Amtshandlung war es, einen Architekten zu rufen.“ Der prüfte das Gebäude auf Herz und Nieren.

Die Diagnose war verheerend: unzureichender Brandschutz, grenzwertige Installationen von Strom- und Wasserleitungen, energetisch untragbar. Eine Generalsanierung taxierte der Experte auf elf Millionen Euro. Für die privat geführte Deula, die pro Jahr höchstens 150 000 Euro Gewinn mache, sei das nicht zu stemmen, betonte Ammer. „Damit kann ich zu keiner Bank gehen.“ Anders ausgedrückt: Das Gebäude ist nicht mehr sanierungsfähig.

Vier Jahre lang hat sich die Deula in Freising nach einem neuen Standort umgesehen. Doch alle Alternativen, die sich aufgetan haben, sind laut Ammer aus bauplanerischen oder finanziellen Gründen gescheitert. Deshalb planen die Gesellschafter der Deula, der Verband Garten- Landschafts- und Sportplatzbau (VGL) Bayern und der Bayerische Bauernverband, eine Teilauslagerung ins mittelfränkische Triesdorf. Die Überbetriebliche Ausbildung soll dort angesiedelt werden. Dort sei nicht nur ein bezahlbares Grundstück in benötigter Größe (zwei Hektar) vorhanden, wie Ulrich Schäfer, Präsident der VGL, mitteilt. „Charmant ist auch, dass dort Wohnheim und Mensa schon vorhanden sind.“

Fördergelder zählen nur für Franken

Zudem haben etliche Gespräche mit Vertretern des Freistaats, unter anderem sogar mit Ministerpräsident Horst Seehofer, dazu geführt, dass der Deula drei Millionen Euro an Finanzhilfe für das sieben bis acht Millionen Euro teure Projekt in Aussicht gestellt werden, wie Schäfer weiter berichtet. Da es sich dabei um Strukturfördergelder handelt, gelten diese aber nur für Franken, nicht für das florierende Oberbayern.

Die Akademie für Erwachsenenfortbildung und die Fahrschule würden allerdings in Freising bleiben, wie Ammer betont. Denn in diesem Fall würden die Brandschutzverordnungen nicht in gleichem Maße greifen wie bei der Überbetrieblichen Ausbildung, weil es keine Übernachtungsgäste mehr gebe. Marode bleibt das Gebäude freilich trotzdem.

Ammer sieht den Teilumzug nach Triesdorf dennoch kritisch. „Wenn die Deula auseinandergerissen wird, gehen auch viele Synergieeffekte verloren“, sagt er. Zudem seien neben den rund 3000 Azubis, die pro Jahr die überbetriebliche Ausbildung nutzen, auch zwischen 10 und 20 Mitarbeiter der 45-köpfigen Belegschaft betroffen. In einer von den Beschäftigten geforderten Betriebsversammlung habe er aber betont, dass keiner allein gelassen werde. Und auch Schäfer betont: „Wir sind nicht Siemens. Wir nehmen Rücksicht auf persönliche Befindlichkeiten und begleiten jeden beim Übergang.“

Doch so schnell geht es nicht. Schäfer rechnet damit, dass es noch drei Jahre dauert, bis das Projekt realisiert ist. „Gerüchte, dass wir bereits Grundsteinlegung hatten und bauen, stimmen nicht“, betonte er. Gleichwohl wird die Entscheidung über den Umzug spätestens kommendes Jahr fallen. Denn dann dürfte der Flächennutzungsplan in Triesdorf in trockenen Tüchern sein. So lange hat Ammer noch Zeit, sein eigentliches Ziel zu verfolgen: „Wir wollen hier in Freising bleiben.“

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