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„Dialekt macht schlau“

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Er ging auch seltsamen bayerischen Wörtern nach: Dialektspezialist Ludwig Zehentner in Schlipps. Foto: Lehmann
Er ging auch seltsamen bayerischen Wörtern nach: Dialektspezialist Ludwig Zehentner in Schlipps. Foto: Lehmann

Schlipps - Allerlei Merkwürdigkeiten des Bayerischen standen auf dem Programm, als Ludwig Zehentner aus seinem Buch "Basst scho" las. Der Mundartforscher unterhielt informativ und amüsant.

Es ging echt boarisch auf, am Sonntagabend in Schlipps: Mundartforscher und Dialektspezialist Ludwig Zehentner war der Einladung des Treffpunkts Kultur in Hohenkammer gefolgt und unterhielt rund 50 Zuhörer ebenso informativ wie amüsant mit allerlei Merkwürdigkeiten des Bayerischen.

Zehentner, ein geborener Freisinger, der nur gute Kindheitserinnerungen an Hohenkammer hat, wie er erzählte, versprach bei seinem launigen Vortrag einen „Spaziergang durch die Sprachwelt Altbayerns“. Und Zehentner, Verfasser des inzwischen bereits dritten Bandes von „Basst scho!“ hielt Wort: Nicht nur die undurchschaubare Verwendung des „ummi, außi, obi und eini“ wurde unter die Lupe genommen, auch Entlehnungen aus anderen Sprachen kamen nicht zu kurz: „Mérsse“ (aus Merci), „Hallodri“ und „strawanzen“ aus dem Italienischen bis hin zum „Servus“ aus dem Lateinischen zählte Zehentner unter anderem auf.

Und für Zehentner besteht kein Zweifel: „Dialekt macht schlau“, Dialekt sei auch „nicht unanständig“, sondern einfach eine Erscheinungsform des Deutschen. Die schon oft gestellte Frage, ob Dialekte denn aussterben, beantwortete Zehentner so: Die Bewahrung von Mundart habe nichts mit „nostalgischer Heimattümelei“ zu tun, sondern sei allein schon um der kommenden Generationen willen unerlässlich.

Und dann ging es humorig und erhellend weiter mit tiefen Einblicken in die Verwendung der Vorsilbe „der-“: Derbremst, derkemma, derfangt, derbreselt, derbaazt und und und. Nur eines dieser „der-“-Wörter habe es aber in die Schrift geschafft: derblecken, wovon mancher Preuße glaube, es setze sich aus „derb“ und „lecken“ zusammen, wie Zehentner anfügte und damit bei den Zuhörern leicht despektierliches und entsetztes Kopfschütteln über die Nicht-Bayern auslöste.

Den vollständigen Artikel lesen Sie am Mittwoch im Freisinger Tagblatt

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