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Wie hier bei Moosburg wurden auf dem gesamten Abschnitt der ehemaligen B11 die Hinweise auf die Bundesstraße abgedeckt.

Bundesstraße nach über 70 Jahren abgestuft

Die B11 ist im Landkreis Freising Vergangenheit

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Landkreis - Eine Ära ist im Landkreis Freising zu Ende gegangen – und kaum einer hat es bemerkt: Seit 1. Januar gibt es bei uns die B 11 nicht mehr. Nach über 70 Jahren ist die Bundesstraße zur Staatsstraße 2350 abgestuft worden.

Nahezu unbemerkt ist die Bundesstraße 11 zwischen der Autobahn-Anschlussstelle Moosburg-Nord und München zur Staatsstraße 2350 abgestuft worden. Lediglich auf den Straßenschildern wird das Ende dieser Ära sichtbar: Die einstigen Verweise auf die B 11 wurden im Dezember mittels sogenannter Aufschraubtafeln abgedeckt. Insgesamt mussten gut 130 Schilder und Wegweiser entlang der B 11 sowie an den Seitenstraßen geändert werden, berichtet Ewald Backes von der Straßenmeisterei Freising. Die Kosten von rund 10 000 Euro trägt der Bund. Diese Schildert, die größtenteils in den Jahren 2007 bis 2009 aufgestellt wurden, seien in Ordnung, erklärt Alex Eder, zuständiger Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt Freising. Lediglich die Schilder in Freising seien in einem „sehr schlechten“ Zustand. Hier will man abwarten, bis die B 301 Nord-Ost-Umfahrung gebaut ist, und dann die Tafeln komplett erneuern.

In regelmäßigen Abständen überprüft der Bund sein Straßennetz und gibt Strecken mit doppelter Straßenführung an die Länder ab. Mit der B 301 rechts der Isar, der B 11 links der Isar und der Autobahn 92 ist der Abschnitt zwischen Moosburg und München sehr gut versorgt. Und deshalb wurde die B 11 nun abgestoßen – nicht zuletzt aus Kostengründen. Allerdings werden in diesem Jahr noch Restarbeiten durchgeführt – und vom Bund bezahlt. Schließlich müssen solche Straßen in einem „ordnungsgemäßen Zustand“ übergeben werden, berichtet Eder. Künftig ist der Freistaat für die Instandhaltung und den Unterhalt (Winterdienst, Reinigung, Bäume zurückschneiden etc.) verantwortlich.

Eine Ausnahme ist Dietersheim. Da hier eine Umgehungsstraße geplant ist und daher die Ortsdurchfahrt auf lange Sicht verändert werden wird, würde es keinen Sinn machen, die Ortsstraße zu erneuern: „Das Geld für den sogenannten Erhaltungsrückstand wird nicht verbaut, sondern ausgezahlt“, erklärt Eder. „Das ist eine Win-win-Situation: Wir sparen uns die Arbeit (personeller Aufwand für Planung, Ausschreibung, Bauleitung, Öffentlichkeitsarbeit, Verkehrsführung während der Bauzeit), und der zukünftige Baulastträger der Straße bekommt das Geld.“

Andrea Hermann

Fakten zur B 11

Die Bundesstraße 11 beginnt an der Grenze zu Tschechien bei Bayerisch Eisenstein und verläuft Richtung Südwesten über Deggendorf, Landshut, München und den Kesselberg nach Krün an der deutsch-österreichischen Grenze. Ursprünglich hatte die B 11 eine Länge von 312 Kilometern, in den vergangenen Jahren wurden aber immer wieder Teilstücke abgestuft. In München wird die B 11 vom Mittleren Ring ersetzt. Eine Umwidmung zwischen Landshut und Freising zur Staatsstraße 2930 war bereits früher geplant, wurde dann jedoch wegen der überregional bedeutenden Verkehrsfunktion der B 11 doch nicht realisiert. Im Bereich Moosburger Isarbrücke passieren täglich 20 700 Fahrzeuge (Stand: 2014) die Straße, die bis vor kurzem noch die B 11 war. (afo)

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