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Die drohenden Fahrverbote für Dieselfahrzeuge sind schon für Pkw-Besitzer ein großes Ärgernis. Für Spediteure und Logistiker aber sind sie existenzbedrohend. 

Wie Speditionen auf das drohende Fahrverbot reagieren

Dieselfahrverbot: „Das wäre eine kalte Enteignung“

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Ein Fahrverbot für Diesel wäre für Autofahrer ärgerlich. Bei Spediteuren und Logistikern allerdings geht es um die Existenz. Sie müssten vorzeitig die Flotte erneuern und gewaltige Summen investieren. „Wir hängen komplett in der Luft“, sagt Spediteur Gerhard Elfinger aus Moosburg. Thomas Berlinger (Spedition Weber) fürchtet gar eine „kalte Enteignung“.

Landkreis– Die Elfingers haben ihr Familienunternehmen fast 70 Jahre lang beständig ausgebaut – vom Ein-Mann-Fuhrbetrieb zu einem modernen, mittelständischen Unternehmen. Gerhard Elfinger, Chef in dritter Generation, lenkte eine Flotte von 14 Lkw, wovon neun Euro-6-Fahrzeuge sind, fünf der Brummis entsprechen der Euro-5-Norm. „Die Euro-5-Fahrzeuge sind zum Teil erst vier Jahre alt und müssten also vor der Zeit ausgetauscht werden, wenn ein Diesel-Fahrverbot kommt“, berichtet Elfinger.

Für den Moosburger ist das Thema durchaus relevant, weil seine Fahrer auch das Stadtzentrum von München ansteuern. Muss er – für einen Betrag von bis zu 120 000 Euro – einen neuen Lastwagen kaufen, wäre das eine Summe, auf der er praktisch sitzen bliebe, da der alte „Fünfer“ so gut wie unverkäuflich wäre. Elfinger hat daher drei dringende Wünsche: „Die Politik müsste erstens schnell in die Pötte kommen, damit diese Hängepartie ein Ende hat.“ Zweitens erhofft sich der Moosburger Spediteur eine Übergangslösung, damit den Unternehmen auch Zeit bliebe, die Flotte zu erneuern. Und schließlich sollten seiner Meinung nach die Lkw-Hersteller die Kosten einer Umrüstung übernehmen, falls das überhaupt möglich sei: „Das ist mit Sicherheit nicht so einfach wie bei den Pkw.“ Müssten neue Fahrzeuge angeschafft werden, wäre eine finanzielle Hilfe für die Branche unabdingbar.

Von einer drohenden „kalten Enteignung“ spricht Thomas Berlinger, sollte ein Fahrverbot für Euro-5-Fahrzeuge kommen. „Das wäre der Mega-Gau“, fürchtet der geschäftsführende Gesellschafter der Freisinger Spedition Weber. Von seinen zehn Lkw, mit denen der Umzugsspezialist nicht selten auch München ansteuert, ist nur der vor Kurzem gekaufte neue Laster ein „Sechser“. Den im Vergleich um 4000 Euro teureren Lkw habe er sich „in weiser Voraussicht“ und entgegen manchen Rats angeschafft, erinnert sich Berlinger: „Viele sagten, der Fünfer reicht doch aus.“

Noch vor wenigen Jahren hätten Euro-Fünf-Diesel als modern und sauber gegolten, von der jetzigen Entwicklung sei die ganze Branche überrollt worden. Berlinger fordert daher eine Übergangsfrist von vier bis fünf Jahren. „Wenn man die Euro-5-Diesel noch solange fahren lässt, werden sie ohnehin langsam ausgemustert, und der Prozess der Erneuerung ist für die Unternehmer darstellbar.“ Im Fall eines Ruckzuck-Verbots dagegen werde es schnell „zappenduster“.

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