In dieser Praxis wird auch mal gelacht

Hallbergmoos - Auf diesen Tag haben alle hingefiebert: Hallbergmoos hat endlich eine Kinderarzt-Praxis. Mit dem Freisinger Arztehepaar Desiree und Jürgen Ratay feierten nun Kinder, Eltern und geladene Gäste die Einweihung der Filial-Praxis „Kinderlachen“ im Pegasus-Gebäude (Zeppelinstr. 4).

Mit 240 Quadratmetern ist die Praxis großzügig und barrierefrei angelegt: Als weltoffene und weitgereiste Mediziner hat sich das Ärztepaar „die Welt“ als Motto für die neue Praxis ausgesucht. Die Behandlungszimmer symbolisieren die Themen Wald, Gebirge, Eiswelten, Dschungel oder Universum. An den rot, blau oder gelb gestrichenen Wänden hängen großformatige Fotos. Sie zeigen teils sehr persönliche Eindrücke und Begegnungen der Ärzte von ihren Reisen. Es gibt Rückzugsräume, die beispielsweise stillende Mütter nutzen können und zwei Wartezimmer - eines davon für Kinder mit ansteckenden Erkrankungen.

Das Ärzteteam - neben Jürgen und Desiree Ratay praktizieren Dr. Bernd Simon, Dr. Katharina Münch, Anja Pohl-Schickinger - deckt das ganze Spektrum der Kinder- und Jugendmedizin ab. Neu ist mit dabei ist Kardiologe Dr. Hartmut Fenge, der sich um herzkranke Kinder kümmert.

Vorerst sind drei Vormittagssprechstunden eingerichtet. Für akut erkrankte Kinder bietet die Praxis Samstagssprechstunden an. Termine werden über das Internet (www.praxis-kinderlachen.de) bekannt gegeben. Tragende Säule der Behandlung ist ein modernes, ganzheitlichen Konzept, das auf der von Patch Adams entwickelten Idee des „Clownings“ und, so Jürgen Ratay, einer bewussten „Behandlung mit Herz und Verstand“ basiert: „Kinderlachen ist für uns Programm“, unterstrich Jürgen Ratay zur Eröffnung.

Dass die Praxis „just in time“ fertig geworden ist, in nach Ratays Worten dem unermüdlichen Einsatz seiner Frau zu verdanken. Dabei habe man, so die Ärztin, optimal mit der Gemeinde kooperiert. Die Kommune war bei der Suche nach Räumlichkeiten behilflich, hat Kontakt zu MABP-Investoren aufgenommen und die Räumlichkeiten angemietet - und an die Ärzte untervermietet.

Glücklich über den Start zeigten sich auch die Vertreter der Kommune, wo man jahrelang für einen Kinderarzt gekämpft hat. Der Bundestagsabgeordnete Erich Irlsdorfer erinnerte sich, dass bereits 1995 erste Anstrengungen unternommen hat. „Man sieht was dabei rauskommt, wenn alle an einem Strang ziehen“, freute sich Bürgermeister Harald Reents. Auch wenn man sich generell wenig kranke Kinder wünsche, so dürfe man sich sicher sein, dass sie in der Praxis Kinderlachen gut aufgehoben sind. Gut Lachen haben nicht nur die kleinen Patienten, sondern auch die Gäste bei der Eröffnung: Nach einer Schnitzeljagd durch die Praxis, mussten die „Verlierer“ - zum Amüsement der Beobachter - eine Nuckelflasche leeren. Bei Tag der offenen Tür durften schließlich Eltern und Kinder das neue Terrain erkunden.

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