Führt sein Weg für immer ins Gefängnis? Christoph W. nach seiner Festnahme zwischen Kripobeamten am Amtsgericht Erding. Foto: Götzfried

Doppelmord-Prozess: 22-Jährigem droht lebenslange Haft

Freising - Vor dem Landgericht Landshut beginnt am morgigen Dienstag der Prozess um den Doppelmord von Notzing. Zwei Fragen stehen besonders im Mittelpunkt.

Kann der Freisinger Christoph W. wegen Doppelmordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt werden? Oder gelingt es der Verteidigung, für den 22-jährigen Freisinger aufgrund schwerer psychologischer Störungen ein milderes Urteil beziehungsweise die Unterbringung in einer Klinik herauszuholen? Um diese Fragen wird sich der morgen vor dem Landgericht Landshut beginnende Prozess um den Doppelmord von Notzing drehen.

Der Anlagenmechaniker ist bereits einmal gegen seine eigene Schwester tätlich geworden. Dies und weitere Störungen hatten zu mehreren psychiatrischen Behandlungen geführt. Sein Anwalt Winfried Folda aus Weilheim hegt daher massive Zweifel an der Schuldfähigkeit seines Mandanten.

Die wurde ihm aber von Gutachter Norbert Nedopil bescheinigt. Der Angeklagte gilt als suizidgefährdet. Fest steht, dass er sich zu den Vorwürfen äußern wird. Entweder will er das selbst tun, oder sein Anwalt verliest eine Erklärung.

Der Prozess, für den vor dem Schwurgericht am Landgericht Landshut unter dem Vorsitz von Gisela Geppert vorerst zwölf Verhandlungstage bis 13. März angesetzt sind, sorgt bundesweit für Aufsehen. Wie berichtet, waren bei der Bluttat am 30. April Heidi (54) und Franz R. (60) mit zahlreichen Messerstichen und Hieben getötet worden. Cornelia R., Tochter der Opfer, war erst 15, als sie mit Christoph W. zusammenkam. Dieser wird als sehr besitzergreifend und eifersüchtig beschrieben. Connys Eltern sollen von Anfang an gegen die Beziehung gewesen sein, erst recht gegen die kurzfristige Verlobung. Für sich und Cornelia wollte W. auch das Haus in Lengdorf bauen. Im Rohbau war es fertig, als dort die Leiche des Vaters verbrannt werden sollte. Dies scheiterte. Das Motiv des mutmaßlichen Täters: Er wollte sich an Heidi und Franz R. rächen, weil die gegen die Beziehung waren. Zugleich wollte er so Cornelia R. für sich zurückgewinnen.

Der Prozess wird heute unter großem Zuschauer- und Medieninteresse beginnen. Nach Verlesen der Anklage folgt die Einlassung des Beschuldigten. Am Nachmittag könnten dann erste Zeugenvernehmungen stattfinden. Anfangs gehört werden Beamte der Kripo, die in der eiskalten Nacht des 1. April als erste am Tatort waren.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Die Frauen brauchen jetzt keine Bärte mehr
Das Kinderbibelwochenende in Neufahrn hat in der Pfarrgemeinde St. Franziskus (Erfolgs-)Geschichte geschrieben. Heuer fand es zum 20. Mal statt.
Die Frauen brauchen jetzt keine Bärte mehr
Freisinger Rockband RPWL ist neuer Kulturpreis-Träger
Riesenfreude bei allen Fans: Der Kulturpreis 2019 geht an die  Band „RPWL“ aus Freising.
Freisinger Rockband RPWL ist neuer Kulturpreis-Träger
Vom Zuhörer und Beobachter zum Schriftsteller: Günter Ohnemus im Portrait
Seit 16 Jahren lebt und arbeitet der Schriftsteller und Übersetzer Günter Ohnemus nun schon in Freising. Ohne großes Aufsehen beschenkt er uns von dort aus mit …
Vom Zuhörer und Beobachter zum Schriftsteller: Günter Ohnemus im Portrait
Selbst Investor ist nicht amüsiert: Stadt wünschte sich neues Kino - jetzt ist es fertig und keiner zieht ein
Drei Jahren warten die Freisinger schon auf ihr neues Kino. Immer wieder gab es Probleme - nun ist der Traum vorerst völlig geplatzt. Doch diesmal liegt der Grund nicht …
Selbst Investor ist nicht amüsiert: Stadt wünschte sich neues Kino - jetzt ist es fertig und keiner zieht ein

Kommentare