Zwischen Theater und Schreinerei: Die Vorsitzende Veronika Kürzinger und Regisseur Hubert Tegel präsentieren die Ergebnisse der Mitgliederbefragung. Foto: Bauer

Der Dorfbühne gehen die Männer aus

Günzenhausen - Das starke Geschlecht ist die Schwäche der Dorfbühne Günzenhausen. Bis zuletzt fehlte dem Verein die nötige Anzahl an männlichen Darstellern - keine leichte Herausforderung für die Laienschauspieler. Dabei wäre ansonsten eigentlich alles in Butter.

Bei der Jahreshauptversammlung am Sonntagabend stellte die Vorsitzende Veronika Kürzinger den Mitgliedern einen gut aufgestellten Verein vor. Die Mitgliederzahl von 79 Personen ist leicht steigend und mit den Rücklagen kann die Dorfbühne auch reagieren, wenn für das Theaterspiel eine Anschaffung nötig ist.

2014 musste die Dorfbühne das Theater aber wegen des bereits angesprochenen Mangels an männlichen Darstellern absagen - und spielte so das Stück „Die Porzellanmanufraktur“ mit einem Jahr Verspätung. 780 Besucher bei den sieben durch die Bank ausverkauften zeigten, wie beliebt die Dorfbühne in der Region ist.

Zurück zum Männermangel: Auf diese Problematik reagierte der Verein mit einem neuen Konzept. Bislang lasen die Günzenhausener fünf bis sechs Bücher, wählten dann ihre ein bis zwei Favoriten aus und suchten dafür die Darsteller. Heuer erfolgte erstmals zu Jahresbeginn eine Umfrage unter den Mitgliedern, wer sich für das Herbsttheater in welcher Form einbringen will. Auch wenn das Problem eher verstärkt wurde, so war das Ergebnis amüsant: 37 Mitglieder meldeten sich - darunter zwei männliche und acht weibliche Theaterspiel-Aspiranten. Regisseur Hubert Tegel amüsierte sich vor allem über die exorbitant hohe Zahl der 16 Personen für den Bühnenbau: „Vielleicht sollten wir eine Schreinerei aufmachen.“

Mit diesen Voraussetzungen in Sachen Darsteller ist es alles andere als leicht, ein bayerisches Stück aufzuführen. Zumal dort schon Handlungen mit vier Männern und vier Frauen selten sind. Die Dorfbühne möchte aber nicht Gastschauspieler jedes Jahr nach Günzenhausen holen, sondern die Stücke mit eigenen Leuten besetzen. Die jungen Männer sind aber eher in den anderen Vereinen der Dorfgemeinschaft aktiv.

In den nächsten Wochen und Monaten begeben sich die Führungspersonen der Dorfbühne nun noch einmal intensiver auf die Suche nach männlichen Darstellern. Und dann beginnt die hohe Kunst, ein Stück für dieses ungewöhnliche Geschlechterverhältnis zu finden. Tegel denkt auch daran, möglichst vielen der interessierten Damen etwas anbieten zu können. Bis zur Sommerpause sollen diese Fakten dann geklärt sein, um konkret die Vorarbeit und die Proben des Herbsttheaters anzugehen. Der Theaterausfall von 2014 soll sich so schnell nicht wiederholen.

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