Dorfmitte Wippenhausen: Kirchdorf muss erneut abstimmen

Kirchdorf - Nachdem der mit 8:7 Stimmen gefasste Beschluss zum Kauf einer Teilfläche des Abstreiter-Areals für ungültig erklärt wurde, kommt der Gemeinderat heute Abend deshalb erneut zusammen.

Selten eine Sitzung wurde in Kirchdorf mit so viel Spannung erwartet, wie die heutige. Am 27. Juni sprach sich das Gremium mit 8:7 Stimmen für den Kauf des Gasthauses Abstreiter in Wippenhausen aus. Knappe Mehrheit. Die Mitte des Kirchdorfer Ortsteils hätte von diesem Beschluss profitieren können - wenn er nicht für ungültig erklärt worden wäre. Denn in eben jener Sitzung im Juni hat auch Gemeinderat Josef Haller für den Kauf seine Hand gehoben. Und das, obwohl er mit einem Mitglied der Erbengemeinschaft Abstreiter verschwägert und deshalb befangen ist, wie die Kommunalaufsicht im Landratsamt Freising feststellte. Kurzerhand wurde der Beschluss für ungültig erklärt. „Anscheinend hat ein Gemeinderat der überstimmten Gruppe die Kommunalaufsicht informiert und damit die Annullierung des Beschlusses veranlasst“, mutmaßt Michael Eicher, ein direkter Nachbar des Gasthauses Abstreiter. Er hat sich mit einem offenen Brief an die Gemeinde gewandt, in dem er an die Bürgervertreter appelliert, „in dieser wichtigen Entscheidung von irgendwie gearteten parteipolitischen Taktiken abzusehen“. Sein Verdacht: Einige Kirchdorfer Mandatsträger würden „unter dem Deckmantel fadenscheiniger Sachargumente“ Parteipolitik betreiben und nur aus Opposition zum Bürgermeister eine Gegenhaltung einnehmen.

„Das Gasthaus Abstreiter oder ein irgendwie geartetes Gemeindehaus ist unverzichtbar für unseren Ort und unser soziales Leben“, fasst er die Argumente aus der Sicht der Wippenhausener Bürgers zusammen. Man brauche eine Heimat für die Vereine, einen Treffpunkt, einen Kristallisationspunkt des dörflichen Lebens von Wippenhausen, Burghausen und Schnotting. Die soziale Mitte Wippenhausens gehöre gestaltet, so Eicher. „Hier geht es um das Wohl der Bürger und der ganzen Gemeinde, Parteipolitikdarf nicht in diese Entscheidung einfließen.“ Ob dieser Brief die Gemeinderäte zum umdenken bewegt? Es wird spannend.

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