Geldstrafe

Drängelnder Taxler wegen Nötigung verurteilt

Hallbergmoos - Es konnte ihm nicht schnell genug gehen - und so brachte ein Taxifahrer ein Ehepaar auf der Autobahn in Richtung Flughafen in ernste Gefahr. 

Mit detektivischem Gespür hat eine Autofahrerin aus Fürstenfeldbruck einen drängelnden Taxler ermittelt. In einer mehr als nur haarigen Situation hatte er im März diesen Jahres durch unlautere Manöver einen Vorteil zu erkämpfen versucht, um möglichst zügig die Warteschlange für Taxis am Münchner Flughafen zu erreichen.

Vor dem Amtsgericht Freising wurde dem 35-jährigen Taxifahrer der Prozess wegen Nötigung gemacht. Doch je mehr Richter Michael Geltl sich mit der Angelegenheit befasste, desto mehr gelangte er zu der Überzeugung, dass der Taxler mit der Anklage wegen Nötigung durchaus gut bedient schien. Im Laufe der Verhandlung machte Geltl die Prozessbeteiligten darauf aufmerksam, auch eine Verurteilung wegen Gefährdung des Straßenverkehrs käme in Betracht: „Sie haben den Sicherheitsabstand nicht eingehalten“, begann der Vorsitzende die Untaten des Taxlers aufzuzählen. „Sie haben geschnitten, rückartig abgebremst. Und das Ganze womöglich auch noch vorsätzlich.“

Während die Gattin (38) sich an jenem 20. März dieses Jahres um etwa 8.15 Uhr auf der Autobahn in Richtung Flughafen auf Höhe Hallbergmoos verzweifelt mühte, den Wagen auf Kurs zu halten, gelang dem 43-jährigen Immobilienmakler vom Beifahrersitz aus das entscheidende Foto. Trotz aller Eile hatte er das Kennzeichen des Taxis erwischt. Daheim in Fürstenfeldbruck wandten sich das Ehepaar an die Polizei.

Offensichtlich hatte die Ehefrau selbst gerade überholen wollen, als der Taxler sich dazwischen drängte. Der 43-Jährige erinnert sich mit Grausen: „Wir wollten meinen Vater vom Flughafen abholen.“ Im Rückspiegel habe er das Taxi gesehen, sich zunächst noch nichts dabei gedacht. Dann drehte er sich um. „Und glauben Sie mir, der war so nah. Ich konnte das Kennzeichnen nicht erkennen.“ Der Immobilienmakler scheint noch richtig mitgenommen, als er fortfährt: „Dann sehe ich, wie der voll rüber zieht.“ Er ist sich sicher, dass es gescheppert hätte – wenn seine Frau nicht so gut reagiert hätte.

Der Taxler bestritt die Vorwürfe, musste aber erkennen, sich mit seiner Version nicht durchsetzen zu können. Sollte das Gericht auf Gefährdung des Straßenverkehrs umschalten, stand für ihn, neben einer Geldstrafe, statt einem Fahrverbot auch ein Führerscheinentzug mit 15, 16 Monaten Sperrfrist im Raum.

Der Angeklagte räumte seine Schuld ein. Das Gericht verurteilte ihn daraufhin zu einer Geldstrafe in Höhe von 2145 Euro (65 Tagessätze zu 33 Euro und verhängte ein zweimonatiges Fahrverbot). Das Urteil lautete auf Nötigung.

Rubriklistenbild: © dpa

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