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Das Drama um die Bahnhofs-Aufzüge geht weiter

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Mühsal und Qual: Anita Funk (28) auf dem Weg zum Bahnsteig. Diesmal half der FT-Fotograf, oft auch andere Fahrgäste – aber eben nicht immer. Foto: Lehmann
Mühsal und Qual: Anita Funk (28) auf dem Weg zum Bahnsteig. Diesmal half der FT-Fotograf, oft auch andere Fahrgäste – aber eben nicht immer. Foto: Lehmann

Freising - Der Weg zum Klinikum Freising bedeutet für die schwangere Anita Funk (28) Mühsal und Strapazen: Wieder mal ist einer der Lifte am Freisinger Bahnhof defekt. Die Moosburgerin muss deshalb ihr Kinderwagerl die Treppen rauf und runter schleppen. Von der Bahn gibt es keine guten Nachrichten: Die Lifte werden erst 2013 ausgetauscht.

Schon im Herbst vergangenen Jahres gab es Ärger am laufenden Band: Die betagten Aufzüge am Freisinger Bahnhof gaben immer wieder den Geist auf. Meist waren Türen defekt, dann funktionierte die Hydraulik nicht. Eine Katastrophe für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehbehinderungen. Eine Frau musste sogar von der Freisinger Feuerwehr zum Bahnsteig getragen werden. Die damaligen Schlagzeilen schreckten die Bahn auf. Damals, im Oktober, erklärte ein Sprecher des Unternehmens, die maroden Aufzüge würden 2012 ausgetauscht. Das sei jetzt „Chefsache“. Davon hat man sich aber verabschiedet. Mindestens bis zum nächsten jahr wird weiter repariert.

Auf den neuerlichen Defekt eines Aufzugs angesprochen, erklärte ein Sprecher, man werde den Lift umgehend wieder in Stand setzen: „Wir haben sofort Leute rausgeschickt.“ Falls nicht ein wichtiges Ersatzteil beschafft werden müsste, würde der Aufzug „noch heute“ wieder laufen. Das war am Dienstag. Gestern war der Lift immer noch defekt. Wann genau im Jahr 2013 die maroden Aufzüge erneuert würden, könne er noch nicht sagen: „Einen genauen Zeitplan gibt es nicht.“

Das könnte wegen der chronischen Anfälligkeit eine lange Durststrecke für Bahnkunden wie Anita Funk bedeuten. Die Moosburgerin muss wegen ihrer Schwangerschaft öfters ins Klinikum nach Freising, und zwar mit ihrem zwei Jahre alten Mädchen und dem zehn Monate alten Sohn. Der sitzt im Kinderwagerl, das die Moosburgerin die Treppe hinab und wieder hinauf schleppen muss. Eine Zumutung, wie die Frau findet, die sich schriftlich zuerst an die Deutsche Bahn und jetzt auch an das Bayerische Verkehrsministerium gewandt hat. Von der Antwort der Bahn - Austausch 2013 - war sie tief enttäuscht. Auf Nachricht vom Ministerium wartet sie noch. „Wenn das mit den Liften Jahre dauert, muss man eine Zwischenlösung finden“, fordert Anita Funk. Entweder man baue eine Art Behelfsrampe oder die Bahn installiere am Freisinger Bahnhof - wie auch anderswo - einen „Mobilitäts-Service“: Personal, das im Notfall hilft.

Eigentlich müsste das drin sein: „Freising liegt uns sehr am Herzen“, beteuerte der Sprecher der Bahn, „es ist ein sehr wichtiger Bahnhof“. Und schließlich sind die Aufzüge ja auch Chefsache . . .

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