Verhandlung

Ein Drogendeal pro Woche: Allershausener (20) vor Gericht

Allershausen -  Über ein Jahr lang hat sich ein 20-Jähriger aus Allershausen immer wieder ein wenig Marihuana gegönnt. Ein halbes Gramm trug er bei sich, als er am 28. März dieses Jahres Polizisten in die Arme lief. Bei der Vernehmung errechneten die Drogenfahnder 56 Drogenfälle.

Vor dem Amtsgericht Freising wollte sich der junge Mann mit dieser hohen Zahl nicht anfreunden. Sein Anwalt erklärte, dass der 20-Jährige unmittelbar nach der Festnahme unter dem berauschenden Eindruck des Cannabis und unter dem Druck der Vernehmung eine Lebensbeichte abgelegt habe, „um die Sache hinter sich zu bringen“. Anscheinend hatte der Angeklagte eingeräumt, seinen Dealer wöchentlich konsultiert zu haben. Da sich ab einer gewissen Größenordnung im Urteil mehr die Umstände der strafbaren Handlung niederschlagen als die Häufigkeit der Einkäufe, stimmte die Staatsanwaltschaft zu, die Zahl der Deals von 56 auf 40 zu reduzieren. Zudem handelt es sich bei dem Allershausener wohl nicht um den klassischen Drogentäter. In dem hohen Hause auf dem Domberg ist der Angeklagte bislang nicht als „Klient“ aufgeschlagen, bemerkte Richter Boris Schätz.

Wie sich bei der Verhandlung zeigte, hatte sich der 20-Jährige bis zu seiner Festnahme drei Bezugsquellen erschlossen. Die Namen zweier Dealer gab er den Ermittlern preis. Den dritten Händler will er nicht persönlich gekannt haben. Ein Spezl habe ihm das „Zeugs“ besorgt. Dessen Namen behielt er ebenfalls für sich. Obwohl er sich vom damaligen Freundeskreis gelöst habe, sehe er sich an ein Versprechen gebunden. „Er hat mich gebeten zu schweigen, wenn ich erwischt werde.“

Bei 40 Erwerbsfällen hätte man getrost über eine Arreststrafe nachdenken können, betonte der Richter. Die Lebensbeichte, die der Angeklagte abgelegt hatte, dürfte aber strafmildernd gewirkt haben. Der Verteidiger gab zu bedenken, dass man seinem Mandanten ohne das „überschießende Geständnis“ kaum mehr als das halbe Gramm Gras hätte nachweisen können, das er am 28. März bei sich getragen habe. So beließ es Schätz bei fünf Gesprächen in der Drogenberatung und einer Geldstrafe von 500 Euro.

Andreas Sachse

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Fahrgerädert und verschreckelt“
Das Camerett-Team um ihre neue Spielleiterin Susanne Röpcke hatte sich auch heuer wieder mächtig ins Zeug gelegt und viele pointierte sowie hintergründige Nummern, …
„Fahrgerädert und verschreckelt“
Aufbruch und Umbruch in Freising
Das Freisinger Stadtarchiv präsentiert jetzt 80 Fotomotive, die prägnant und ausdrucksstark das Freising des frühen 20. Jahrhunderts wiedergeben. Am morgigen Donnerstag, …
Aufbruch und Umbruch in Freising
Neues Pflaster lässt keine Ausreden mehr zu
Bei strahlendem Sonnenschein wurde die neuen Bahnen des Echinger Stockschützen-Vereins im Freizeitgelände eingeweiht. Umrahmt von einem Ensemble des Musikvereins St. …
Neues Pflaster lässt keine Ausreden mehr zu
Querfeldein-Tour endet zweimal „unter Wasser“
War die Geschichte vom E-Mobil-Fahrer, der auf den Sport- und Tennisplätzen der SG Eichenfeld seine Runden drehte unglaublich, so wird diese doch getoppt von der …
Querfeldein-Tour endet zweimal „unter Wasser“

Kommentare