Eingeklemmt: Der Pkw war unter den Anhänger gerast. Die Feuerwehr rückte an, um die Insassen zu befreien. Fotos: Glx

Ein Dutzend Katastrophen auf einen Schlag

Freising - Drei Tage lang hat man vorbereitet, am Samstag waren dann rund 130 Rettungskräfte gefragt. Es war der inzwischen achte gemeinsame Übungstag für Feuerwehren und Bayerisches Rotes Kreuz.

„Vom Ausbildungswert her das Optimalste“, so beschrieb Übungsleiter und Organisator Sturde den Zweck der Übungen. Führungskräfte und Mannschaften, vor allem neue, noch nicht routinierte Retter, würden dadurch einen bestmöglichen Eindruck bekommen, was im Ernstfall auf sie zukommen könnte. Was sehr helfe: Direkt nach jeder Übung würden die Einsätze besprochen und Alternativen in der Vorgehensweise diskutiert.

Und es gab viel zu diskutieren: Arbeitsunfälle mit Rettung von Menschen aus großer Höhe, Atemschutznotfalltrainings, bei denen eingeklemmte Kameraden gerettet werden mussten, oder auch Gruppenübungen für diverse Situationen liefen ab 8.30 Uhr in der Frühe ab.

Bilder: Freisinger Helfer probt den Katastrophen-Fall

So ziemlich alles, was die Ausrüstung der Feuerwehren und des BRK hergab, war vor allem am Nachmittag bei zwei besonders aufwändigen Übungen gefragt: Da war zum einen das Szenario, dass ein Wagen auf einer Straße ins Schleudern geraten war, dabei einen am Rand stehenden Bauwagen gerammt und umgeworfen hatte, in dem sich sechs Waldarbeiter aufhielten. Das Problem: Die Tür zum Bauwagen war nicht zugänglich. Die Lösung: Die drei Pkw-Insassen mussten durch Entfernen des Autodachs geborgen werden und aus dem Bauwagen eine Wand herausgebrochen werden, um die Arbeiter zu retten. Und dann half nur ein Anheben des Bauwagens, um einen darunter eingeklemmten Waldarbeiter zu befreien. Muskelkraft und der richtige Umgang mit dem Werkzeug, dazu das perfekte Zusammenspiel mit den BRK-Kräften - das alles war gefragt.

Noch aufwändiger war ein Verkehrsunfall, zu dem die Helfer nach nur einer Viertelstunde Pause gerufen wurden: Ein Pkw war unter einen landwirtschaftlichen Anhänger gerast, riesige Strohballen waren von diesem herabgefallen und versperrten die Autotüren. In einen Folgeunfall waren zwei weitere Pkw verwickelt, von denen einer in Brand geraten war, der andere einen Landwirt überfahren hatte.

Schnelligkeit und Können, vor allem aber auch eine gute Abstimmung zwischen den einzelnen Feuerwehren und dem BRK waren bei dieser Schweiß treibenden Übung gefragt.

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