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Eine stilechte Augenweide waren die höfischen Tanzfiguren aus dem 16. Jahrhundert, die Akteure aus dem Freisinger „Luther-Spektakel“ zeigten.

Ökumenisches Reformationsfest in Eching

Appell zum Luther-Jahr: Gemeinsam durch das Tor zur Toleranz

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Ein besonderes Fest im Zeichen der Ökumene anlässlich des Lutherjubiläums „500 Jahre Reformation“ war in Eching viel beachtetes Lokalereignis. Dabei wurde das einladende Motto, das Lutherzitat „Ein Christ soll und muss ein fröhlicher Mensch sein“ in vielerlei Hinsicht kollektiv in die Tat umgesetzt.

Eching Der gemeinsame Festtag für alle Bürger, der bezeichnenderweise im Bürgerhaus und auf dem Bürgerplatz begangen wurde, strahlte eine frohe Grundstimmung aus. Bewusst sei man aus der eigenen Magdalenenkirche in die Gemeinde hinausgegangen, habe sich zu den Menschen hinbewegt, sagte der evangelische Pfarrer Markus Krusche, der den Gottesdienst mit der katholischen Pfarr-Referentin Maria Lutz gestaltete. „Wir wollen in den Mittelpunkt stellen, was uns verbindet“ – Jesus Christus“, betonte Krusche.

Mit beim Fest auch der neue katholische Pfarrer von Sankt Andreas, Martin Guggenbiller, der die Einladung nutzte, sich erstmals der Echinger Öffentlichkeit vorzustellen. „Ich möchte einer sein, der Zeit und ein offenes Ohr hat“, wandte er sich den vielen Gottesdienstbesuchern beider Konfessionen zu, denn „wir brauchen einander“. Es gelte, sich gemeinsam auf den Weg zu machen, Türen zu öffnen und Brücken zu bauen.Einen Bogen von der Ökumene als gemeinsames Dach des christlichen Glaubens zum europäischen Haus und zur Offenheit zwischen den Weltreligionen, schlug Bürgermeister Sebastian Thaler. Er bezeichnete Ökumene als Tor zur Toleranz und einer friedlichen Gesellschaft.

Umrahmt wurde der Gottesdienst von einem Ensemble des Musikvereins Sankt Andreas, das danach noch ein kleines Bürgerplatz-Konzert gab. Kuchen, Grillspezialitäten und bayerische Schmankerl – von Helfern aus beiden Kirchengemeinden – sorgten dafür, dass das leibliche Wohl nicht zu kurz kam.

Viel Spaß hatten die Kinder etwa beim Armbrust-Schießen, das der Verein Sherwood Forest anbot. Als jonglierender Gaukler versetzte Tim Sonnemeyer große und kleine Zuschauer mächtig ins Staunen bei seinen tollen Kunststücken mit fliegenden Keulen und Bällen oder wirbelndem Diabolo.

Zu einer Zeitreise ins Mittelalter lud die Gruppe „Ad Frienmannun Freye Bauern zu Munichen“ ein. Über einer Feuerstelle in ihrem Zeltlager köchelte ein Kesselgulasch nach überlieferter Rezeptur. Einblicke in das Handwerk vergangener Zeiten bekam man beim Filzen von Armbändern oder dem Fertigen von Geldbeuteln aus Leder.

Neben der Bibelausstellung im Bürgerhaus konnte man sich an einer kniffligen Reformations-Religions-Rallye probieren oder an der Kreativ-Station der KiTa Regenbogen, an der bunte Origami-Fische und ganz persönliche Schutzengel entstanden. Auf der Bühne zeigten Pfarrerin Barbara Hofmann und Mitwirkende aus dem Freisinger „Luther-Spektakel“ mittelalterliche Tänze. In wunderschönen Kostümen waren die Akteure bei eleganten, höfischen Tanzfiguren und volkstümlichen Tänzen aus dem 16. Jahrhundert eine stilechte Augenweide.

An eine dreiflügelige Thesentür konnten die Echinger mit einem Hammer ihre persönlichen Thesen, Vorschläge und Wünsche zu den aktuellen (Glaubens)-Themen hinnageln. Auf einem der zahlreichen angeschlagenen Zettel fand sich folgender Text: „Ich wünsche mir mehr dieser gemeinsamen Gottesdienste.“

Ulrike Wilms

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