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Viele bunte Blumeninseln sollen in Eching entstehen. Im vergangenen Jahr ging an einigen Stellen in Eching bereits die Saat auf. Eine entsprechendes Schild, das die Blumenwiese kennzeichnet, gibt’s bei der Vhs.

„Urban Gardening“

Eching blüht auf

In der Winterpause befanden sich bis vor wenigen Tagen – notgedrungen – die im vergangenen Jahr von der Vhs angestoßenen und von der Gemeinde unterstützten Projekte zum weiten Feld des „Urban Gardening“. Eingeschlafen freilich sind die Vorhaben nicht – ganz im Gegenteil.

Eching – Das erste sonnige Wochenende wurde in Eching genutzt, um rund um die Volkshochschule fleißig zu garteln und erste grüne Ideen sprießen zu lassen. Dort wird, gewissermaßen auf dem Präsentierteller, an der Roßberger Straße in freiwilliger Eigenregie ein „Prestige-Garten“ mit einer Mischung aus Blüh- und Nutzpflanzen, Stauden, Sommerblumen, Küchenkräutern und Sträuchern entstehen. Unter Federführung von Vhs-Fachbereichsleiterin Ulrike Brand

stetter, die Ideen und Adressen sammelt, laufen die Fäden zusammen für all diejenigen gärtnerischen Aktivitäten, die die „Renaturierung und Verschönerung öffentlicher Flächen“ zum Ziel haben.

Auf der vom Bauhof zuvor präparierten Freifläche wurde ein buntes Allerlei quer durch den Blumen- und Nutzgarten eingepflanzt: von der Akelei über die Bartnelke bis zur Zitronenmelisse oder Zierjohannisbeere war alles dabei. Ein erster Erfolg konnte bereits verbucht werden: Erste Zitronenfalter, vereinzelte Bienen und Hummeln schauten neugierig vorbei, ob sich ein Besuch im gerade neu angelegten Garten und ein Abstecher bei Forsythie, Lavendel, Phlox oder Pfingstrose wohl lohnen könnten. Ulrike Brandstetter hatte als nahrhafte Starthilfe für die kleinen Pflänzchen auch ihren Bokashi-Eimer mit küchenfreundlichem Kompost mitgebracht.

Nach getaner Arbeit wurden noch informative Schilder angebracht, die als gemeinsames Motto von Urban Gardening die Aufschrift tragen: „Gärtnern verbindet“ und weiter: „Hier wachsen naturnahe und insektenfreundliche Pflanzen, die von allen interessierten Menschen angebaut und gepflegt werden.“ Der Garten, der Schritt für Schritt rund um die Volkshochschule entsteht, soll dabei Anregung und Ansporn für freiwillige Gärtner sein, weitere brach liegende und auch vernachlässigte Grünflächen im Gemeindegebiet, am besten gleich in und mit der eigenen Nachbarschaft, „unter ihre Obhut“ zu nehmen und gärtnerisch aufzuwerten. Der Appell lautet: „Machen Sie mit beim Ausprobieren, Pflegen, Inspirieren lassen – und vielleicht auch Ernten!“

Bereits 2017 hat der Echinger Bauhof in dieser Hinsicht Pionierarbeit geleistet und an verschiedenen Grünstreifen am Straßenrand kleine Wildblumenwiesen angelegt. Diese wunderschönen, bunt blühenden Teppiche sind nicht nur eine Augenweide, sondern gleichzeitig auch eine „Bienenweide“. Auch diese Nutzung brachliegender und vernachlässigter Flächen ist durchaus zur Nachahmung empfohlen. Über deren Eignung, wozu auch eine Abklärung der Besitzverhältnisse gehört, informiert der Bauhof, der auch auf Wunsch eine Starthilfe in Form von Wildblumensamen leistet.

Auch die zweite Arbeitsgruppe mit dem Schwerpunkt „Gemeinschaftsgarten“, die sich im vergangenen Jahr unter der Leitung von Claudia Heinelt zusammengeschlossen hat, ist keinesfalls untätig geblieben. Die Idee ist ein solidarischer Garten, in dem jede und jeder mithelfen und dann auch ernten kann. Interessenten und Mithelfer sind dazu eingeladen, an der Entstehung des ersten Echinger Gemeinschaftsgartens mitzuwirken. Dank der Unterstützung der Gemeinde kann heuer ein geeignetes, rund 800 Quadratmeter großes Stück Acker- bzw. Gartenland an der Kleiststraße (vis á vis der Kleingartenanlage neben der evangelischen Kindertagesstätte Regenbogen) gemeinschaftlich genutzt werden. Los geht’s dort an den beiden kommenden Aprilwochenenden, Samstag/Sonntag, 21./22. sowie 28./29. April, jeweils ab 10 Uhr. Weitere Infos gibt’s bei Claudia Heinelt, E-Mail claudia-heinelt@gmail.com, Tel. (0 89) 32 90 28 10 oder bei der Vhs Eching, E.-Mail office@vhs-eching.de oder Tel. (0 89) 3 19 18 15.

Durchaus vergleichbar mit der Natur muss auch in den Arbeitsgruppen alles erst wachsen und zusammenwachsen. Von den ersten Ideen bis zur Realisierung ist ein längerer Prozess, der explizit von Bürgermeister Sebastian Thaler begrüßt und gefördert wird. Ebenso begleitet die Vhs die Aktionen weiterhin mit Info- und Bildungsveranstaltungen. „Jedermann mit sprießenden Ideen und tatkräftigen Händen ist herzlich willkommen“, lädt vhs-Geschäftführerin Doris Fähr zum Mittun ein. 

Ulrike Wilms

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